Mein Körper widerstand der Versuchung einer Piratengrippe zu erliegen, obwohl ich am Wochenende zwischen knapp 1.500 Parteimitgliedern weilte. Dabei stellte ich mein Immunsystem noch auf eine Belastungsprobe. Diese beinhaltete die Härten “lange Feiernacht” und “geistige Gespräche/Getränke” und anschließender Kurzschlaf auf Betonboden. Offensichtlich bin ich doch noch nicht alt genug, sah ich am nächsten morgen doch fitter aus, als mein vernünftiger (und ohne Abendprogramm ins Bett gefallener) ehemaliger Landesverbandschef @haberflock.
Die gesundheitliche Verfassung rührt sicher auch daher, dass meine seelische Verfassung nach diesem Bundesparteitag nur durch wenig Gram und Unbill (Pflege kulturell wertvollen Vokabulars intended) beeinträchtigt war und ich vielmehr Freude daran hatte mit Menschen zu plaudern, die ich sonst eher nur digital kenne. Dazu fuhr ich heimwärts mit dem Gefühl, dass wir einen wirklich brauchbaren Bundesvorstand zusammengewürfelt haben. Die heterogene Mischung und personelle Auffrischung ist herrlich bunt, so dass ich sogar einige subjektiv so empfundene Wehrmutstropfen ertrage. Und hey, wer nicht kandidiert soll ja nicht meckern.
Vielleicht war dieser Parteitag sogar programmatischer, als man glauben mag. Ab von den längst überfälligen großen symbolischen Gesten gegen Arschlochismus, haben wir personell die Grundlagen geschaffen, den programmatischen Grundton der Partei auf einen Akkord aufzublasen. Das Grundgefühl von Liquid Democracy, dem BGE und basisdemokratischer Transparenz - bei der Partizipation kein Kann- sondern Muss-Feld ist - wirkt stärker herausgeehrt als je zuvor. Mir gefällt das.
Weil dieser Post eh wirr und tendenziell zu lang wird, hänge ich noch eine personell aufgeschlüsselte und subjektiv geprägte Bewertung des neuen Vorstands mit an.
Der Bundesbernd
Bernd kenne ich seit meinen ersten Besuchen in den damaligen Katakomben der Hamburger Piraten - im Waagenbau, einem Club unter der ICE-Trasse. Die Location war Punkrock, Bernd eher der irritierend solide Konterpart. Ich maße mir eine ausgeprägte Menschenkenntnis an, doch er hat es mir sehr knifflig ausgestaltet hinter seine Kulissen zu schauen. Hielt ich ihn zunächst (und immer wieder) für einen grummeligen aber doch verschmitzt grinsenden Kauz, der sich aber sehr bedächtig und konstruktiv seinem schatzmeisternden Tanzbereich widmete. Im Laufe der Zeit fand Bernd immer mehr auf Bundes- weniger auf Landesebene statt, was wohl auch seinem Beruf geschuldet ist.
Das Schatzmeisteramt bei den Piraten ist zum einen (und insbesondere in vergangenen Jahren) höchst unsexy und mitbewerberarm, bietet aber das Potential sich selten die Finger zu verbrennen und doch zu glänzen. Die Standing Ovations für Bernd in Heidenheim sind ein recht exklusives Erlebnis für Vorstandsmitglieder. Nun ist Bernd von einem Amt ins nächste gewandert und dienstältestes Mitglied im Buvo einer Partei, mit noch so wenig Historie.
Erstaunlicherweise blieb Bernd von den meisten Shitstorms verschont. Bis auf die Rücktrittsandrohung am Anfang seiner Amtszeit, als es darum ging möglicherweise eine Ordnungsmaßnahme gegen Aaron König zu verhängen, wirkt er je nach Perspektive “ausgeglichen konsenssuchend” bis “unprofiliert, un(an)greifbar und geräuschlos”. Das wird sich mit dem neuen exponierten Amt zwangsläufig ändern und ich hoffe sehr darauf, keine bösen Überraschungen zu erleben. Sein früh geäußertes Bekenntnis pro BGE sammeln aus meiner Sicht durchaus Pluspunkte. Wenn er mithilft Liquid Democracy weiter zu adeln, umso mehr.
Ich denke Bernd wird einen guten Vorstand abgeben und sinnvoll performen und doch wünsche ich mir, dass wir niemals den Grünen nacheifern. Ich persönlich mag regelmäßige Auswechslung in der ersten Reihe. “Krusten und Routinen” passen nicht wirklich zur Piratenpartei und ihren Ansprüchen. Durchlässigkeit nach oben und personelle Wechsel haben die ersten Parteijahre nicht nur geprägt, sondern die gewünschte Progressivität unterstrichen. Insgeheim hoffe ich, das Bernd das genauso sieht und anerkenne seine geleistete Arbeit und bin gespannt auf das nächste Jahr. Was mir wirklich gefällt, sind sein Hund und diese evolutionäre Frisur.
Der Tirsales
Wir beide hatten schon vor seinem Bundesvorsitz durchaus Reibungspotential. Das ist sicher auch ein wenig Typsache - ab von Oberflächlichkeiten erscheint Sebastian mir das entscheidene Stückchen ZU bieder und ich will ihn gar nichtmal für seine Kurzzeitglanztat in der Tübinger CDU verhaften. Sozialisation und Prägung in der Jugend dürfte bei uns beiden unterschiedlicher kaum sein. So ist er schon immer das gefühlte Gegengewicht zu eher progressiven Landesverbänden und Piraten gewesen. Das hat durchaus seine Berechtigung, schmeckt mir selbst natürlich nicht so sehr.
Bei allen Unterschieden kann man mit Sebastian Nerz aber fair diskutieren - agree to disagree und Argumenteaustausch bilden die Grundlage hierfür. Ich habe durchaus realisiert, dass die ihn umgebene Fettnapfdichte mit der Länge seiner Amtszeit seltener genutzt wurde. Persönliche Meinung, öffentlich kommuniziert wurde immer treffsicherer zurückgenommen oder aber klar als solche deklariert. Geeier im rechtslinks Klischee darf er aber gern noch abtrainieren, mittlerweile ja auch mit einem klaren Votum des BPT121.
Allerallerbeste Freunde und gegenseitige Patenonkel unserer zukünftigen Kinder werden wir wohl nicht sofort, aber das bleibt kein Makel. Beiderseitiger Respekt und Lernkurven sind erstmal voll ausreichend für ein konstruktives Miteinander und ja, ich kann trotz genügend Platz für Kritik durchaus Danke sagen für den geleisteten Arschaufriss in einer Amtszeit, die er sich mit Sicherheit anders vorgestellt hat. Ich gönne ihm in jedem Fall, dass Platz zwei und die Vorstandserweiterung dafür sorgen, dass die Shitstormintensitäten und mediale Verheizung nun nachlassen und die zuletzt merkbare Dünnhäutigkeit wieder durch Gelassenheit ersetzt wird. Irgendwann trinken wir bestimmt auch mal gemeinsam ein Bierchen.
Abschließend erwähne ich dennoch, dass ich mich insgeheim diebisch freue, wenn dieser doch noch sehr junge ehemalige “Parteichef” zwischendurch diskret Gefallen an durchaus progressiven Positionen findet, die ihm noch Monate zuvor in höchstem Maße fragwürdig vorkamen. Politische Willensbildung bleibt auch parteiintern (mich eingeschlossen) nicht aus.
Der Alios
Ich versuche ja eine Menge mitzubekommen bei den Piraten und doch flog Markus eine lange Zeit wirklich tief unter meinem Radar. Ich bekam häufiger Mal sehr kluge Replies auf Twitter und folgte doch sehr spät erst zurück, obwohl es sich wirklich lohnt. Er ist ein wirklich alter Hase, so alt, dass ich mir vorkomme wie ein junger Mitläufer. Und dabei bleibt er so herzlich aufgeräumt und gelassen. Da MUSS sich Ahnung und Kompetenz hinter verbergen.
Interessanterweise konnte ich ihn sofort zuordnen, als er uns mal beim Hamburger Stammtisch besuchte und das Twitterbild (Avatar UND Gesamteindruck) wurde mehr als verstärkt. Es handelt sich wirklich um einen gelassenen Menschen, der ne Menge weiß, damit aber niemals kokettieren würde. Es gibt Menschen, die mit den meisten Menschen können, ohne dabei anbiedernd zu sein - mir scheint Alios gehört dazu. Nun muss ich ihn nur näher kennenlernen, um zu wissen was sich dahinter alles verbirgt. Münster scheint in jedem Fall ein Nest für Vorständler zu sein.
Es wird spannend, wie Markus mit seiner durchaus exponierten Stellung im neuen Vorstand umgeht. Eine wahre Rampensau wird er kaum sein. Somit hoffe ich eher darauf, dass er deutsche Talkshows um einen bisher unbekannten Piraten-Charakter ergänzt und dem Publikum einen völlig neuen Eindruck vermittelt. Es wird beiden nicht gefallen, aber ich spüre typtechnisch doch eine Verwandschaft zwischen Andreas Baum und unserem zweiten Vizechef. Ruhige Hand und lässiges Understatement.
Die Schwänin (und die Bezeichnung nur um endlich mal etwas zu gendern)
Swanhild gehört zu den ersten zehn Piraten mit denen ich jemals gesprochen habe. Sie war es, die mich auf meinen ersten Stammtischen maximal irritierte. Sie stach auf den damaligen Stammtischen ähnlich heraus, wie Gerwald Brunner auf einer Jung-Unionisten-Party. In jedem Fall konterkarierte sie sämtliche meiner Nerdklischees und ich durfte schon mit in ihrem Smart fahren!!1
Hamburger Vorstände haben wilde chaotische Zeiten hinter sich. In einem der etwas unglücklicheren Zusammensetzungen, mit einem verschollenen Vorsitzenden und dem zugehörigen Chaos, war sie Schatzmeisterin. Ein echter Pluspunkt ihrerseits ist in jedem Fall, dass sie dieses Amt nicht politisch mißbraucht. Sie leistet ihre Arbeit mit Fokus auf die Amtsbeschreibung, nämlich schatzmeisternd und faktenbasiert und überlässt die Bühne politischen Wahnsinns dem Restvorstand.
Bis auf einen winzigen Moment, den ich ihr damals durchaus übel nahm, bleibt mir wenig Platz für Kritik, insbesondere weil sie einen sehr ausgleichenden Deckel, ob mit oder ohne Amt bildete (und ich will extra kein Mütterchen-Bild bemühen). Das Amt des Schatzmeisters (ohne Ersatz) taugt durchaus Neuwahlen durch Rücktritt zu erzwingen. Das passierte damals leider unglücklich ohne zuvor gemeinsam eine Lösung zu suchen und steigerte die Unordnung im Hamburger Landesverband nur noch mehr. Die Wiederwahl war dadurch verwirkt, ABER mehr Schwamm drüber geht gar nicht - da dürfen sich fortan Archäologen mit beschäftigen.
Es scheint, als ob ein wenig Rückhalt hinter ihrer Wahl steckt. Insofern freue ich mich, dass Swanhild ihre langjährig erworbenen Kenntnisse im neuen Vorstand einbringen kann und wird. Es wird dadurch zwar etwas unwahrscheinlicher, aber vielleicht schaut sie ja doch mal wieder öfter beim Hamburger Stammtisch vorbei.
Die Herren Schomacker und Ponader
Ich äußere mich ja gern zu allem und jedem, aber in diesem Fall wäre jede Zeile nicht mehr als simulierte Einschätzung. Die beiden und ihr Wirken muss ich erst noch beobachten und mich mit ihnen austauschen bevor ich mir irgendein Urteil erlaube. Mein Bauchgefühl sagt mir, das ist kein Fehlgriff dabei, aber wir werden sehen…und ganz sicher werde ich mich zu geeigneter Zeit noch mal ausführlicher zu beiden äußern.
Der Tarzun
Noch vor gar nicht allzu langer Zeit hätte ich Klaus als menschgewordenen Rant bezeichnet. Ein krawallgebürstetes Wortfeuerwerk mit “gutmenschlichen” Intentionen, welches nicht nur schöne Bilder an den Himmel zeichnete, sondern umso lauter rummste. Mir persönlich gefiel das eigentlich, ist meine Meinung der seinen nur selten unähnlich gewesen - mein Harmoniebedürfnis ließ mich aber öfter staunend und fasziniert zurück. Wortgewaltiges Powertrolling intellektuell-emotionaler Prägung war es…
…und wurde langfristig immer konstruktiver. Tarzun ist zu jung für Altersmilde, aber es ist so angenehm zu verfolgen, wie kohlenstoffliche Kontakte und Telefonate genug Druck vom Tank nehmen, dass die eigentliche Intention und der Wille zur Konstruktivität wirklich erkennbar wird. Er erscheint mir als Idealist ohne sich wirklich in Prinzipienreiterei zu verlieren, außer gegen menschenfeindliche Kackscheiße und dort genießt er meine Rückendeckung.
Seine Steckenpferde LQFB und innerparteiliche Transparenz sind so greifbar, dass er gleichzeitig meßbar und angreifbar ist, wenn sich dort nichts tut. Nicht nur deswegen wünsche ich mir, dass dort wenig Steine in den Weg gelegt werden. Obwohl Tarzun sicher nicht unumstritten ist, zeugt sein Wahlergebnis von ausreichend Rückenwind. Ich freue mich, schon mancher Balkonpöbler war ein echter Gewinn für Vorstände egal welcher Gliederung. Hoffentlich bleibt ihm genug Zeit für seinen Twitteraccount.
Der Kungler
Ich verrate nichts Neues, wenn ich erwähne, dass ich nicht sein größter Fan und Fürsprecher bin. Er selbst kokettiert mit selbstzugeschriebenen Attributen wie Penetranz, Aktionismus, Omnipräsenz und zu großem Redefluss. Unsere Bewertung diesbezüglich scheint aber grundverschieden. Schon direkt nach Heidenheim fand meine damalige Telefonnummer in seinen Adressspeicher (und nein ich habe nicht deswegen eine neue Nummer). Die Intensität und minimale Zeiteinheit in der man auf allen Kanälen von ihm, auch wegen Banalitäten beschallt wurde zwang mich zum Schutzreflex des Ignorierens.
Macht rein gar nichts. Wir müssen nicht heiraten und unter 30.000 Piraten gibt es genug Platz für uns beide. Warum ich allerdings erstmals unter Namensnennung gegen ein exponiertes Amt für eine einzelne Person agitierte, möchte ich (auch ihm) erklären. Ich verlange von einem Vorstandsmitglied Fingerspitzengefühl und Selbstreflektion, auch wenn das minimale Zeitverzögerung zur Folge hat. Einmal nachdenken (vielleicht ein zweites Mal), bevor man ans Mikro schreitet, ein Interview befüllt, andere kritisiert etc. hilft! IMMER! Bei allem Respekt wären meine Bauchschmerzen unendlich gewesen, Matthias auf den vordersten Plätzen im Vorstand zu sehen. Ich möchte mich nicht für Aussagen rechtfertigen hinter denen ich nicht stehe - schon gar nicht vor Menschen, die mir wirklich wichtig sind. Das FDP-Uboot ist zwar bloß ein Scherz am Rande, die Unmöglichmachung dieses Scherzes aber liegt in des Kunglers Händen. Seine Ziele, insbesondere wirtschaftlich, teile ich nicht.
Ja, dieser kleine Part ist nun ein Rant, aber vielleicht auch notwendige Erklärung. Ich mag die Charaktereigenschaften “Selbstbeweihräucherung, Kompetenzsimulation und Schaumschlägerei” nicht und genau dieses Bild wurde mir immer wieder und zu jeder Gelegenheit vermittelt. Umso erschreckender finde ich Aussagen anderer Piraten á la “Naja, immerhin einer, der Ahnung von Wirtschaft hat” oder “immerhin macht er ne Menge”. Ja Fleiß ist wichtig, aber dafür braucht es noch kein Vorstandsamt. Nein, stete Wiederholung der eigenen Kompetenz macht noch keinen Experten. Seine Thesen konnten mich bisher nicht überzeugen und haben höchstens den Beigeschmack von billigem Populismus.
Ich wünsche Matthias nichts Schlechtes, gönne ihm sogar, dass er am Votum wächst und selbstreflektiv eine Kurskorrektur seines Weltbildes vornehmen kann. Darüber hinaus - und dafür ist viel weniger Hirnleistung nötig - widerfahre ihm bitte die Erholsamkeit, wenn man mal einen Gang zurückschaltet und Aktionismus schrittweise durch Besonnenheit ersetzt. Gleichzeitig die Penetranz auf ein Maß der Erträglichkeit zurückstutzt und Bingo, auch wir beide können mal gemeinsam unter vier Augen nen Käffchen trinken…dann liefere ich womöglich sogar eine aufrichtige Entschuldigung nach. Denn nichts liegt mir ferner, als MENSCHEN willfährig ans Bein zu pinkeln. Daher schließe ich diesen Part mit einem ernstgemeinten Danke für den durchaus wahrgenommenen Arschaufriss und erwähne nicht nochmal, dass es derselbe Arsch ist, der Erschaffenes wieder einreisst ;) PS.: Ich finde es aufrichtiger, offen und nicht hinterm Rücken zu meckern.
Die Schramm
Wo wir grad beim “ans Bein pinkeln” waren, verdient genau dieses Amt genau diese Zwischenüberschrift. Wie oft musste ich immer wieder ein verächtliches “die Schramm” und Schlimmeres lesen? Zu oft. Ja, Laprintemps polarisiert und befindet sich auch mental im steten Wandel. Das bietet eine große Angriffsfläche, insbesondere wenn man frech genug ist trotz erwartbarer Shitstorms auch öffentlich Stellung zu beziehen.
An manchen Tagen konnte ich nur Ekel empfinden. Die Äußerungen einzelner Piraten und anderer “Engagierter” waren so krass selbstentlarvend, wie gleichzeitig Ausdruck eines kanalisierten Selbsthasses. Erschreckend, mit welcher Dynamik inner- wie außerparteilich alles miteinander verknüpft und kombiniert wurde. Julia die Inkarnation des Bösen und der Definition eines jeden opportunistischen Selbstzwecks.
Ich bilde mir mein Bild zu ihrer Person immer neu, sie macht es auch nicht wirklich leicht, dass ich die Schublade endlich beschriften kann und manchmal, wenn ich bei der Lektüre ihrer Blogposts entnervt den Duden in die Ecke werfe, weil mir mangels Klartextdichte die Kernaussage entgeht…da will ich sie schütteln. ABER ich kenne sie auch als überentspanntes Mädel, die mit angheitert rauchiger Stimme um die dritte Zigarette bettelt. Und genau in diesem Moment, kann man sich ganz “normal” mit ihr unterhalten.
Ich bezeichne Julia mal frech als hausgemachtes Experiment: Wissenszuwachs und Fallstudie im Selbstversuch, Zielsetzung unklar. Sie will wissen, was, wie und warum passiert und verbrennt sich immer mal wieder die Finger. Das finde ich gar nicht mal so unsympathisch, aber hinterlässt offensichtlich an einigen Stellen verbrannten Boden. Es ist erstaunlich wieviele Attributszuschreibungen unterschiedlichster Richtungen es zu ihr gibt. Ich will keine davon ungesehen glauben, sondern hoffe auf das Beste. In jedem Fall scheint sicher: Wir werden alles mitbekommen. Ich persönlich denke, es wird noch genug Freiraum für direkten Austausch und weiteres Kennenlernen, über Twitter hinaus, geben und unterm Strich bleibt Optimismus.
Faktisch kann man davon ausgehen, dass Julia medial genötigt wird in Marinas Fußstapfen zu treten und “die schöne Piratin” mit Köpfchen zu geben. Möge sie dabei weder sich noch ihre Finger verbrennen. Dieser Medienhype ist nicht zwingend tauglich einen Charakter zu pflegen…
Abschließend möchte ich dem gesamten Vorstand zur Wahl gratulieren und insbesondere dort wo ich Kritik streute um Nachsicht bitten. Und der Partei danke ich für einen wirklich geilen Bundesparteitag, ich bin wieder ein Stück lieber Pirat…Grund genug diesen wohl allerallerlängsten Post geschrieben zu haben. Vielleicht liest ihn ja wenigstens einer bis zum Schluss.