Gehirnakrobatik

Zu viele Zeichen fuer Twitter, zu langfristig fuer Facebook, zu wenig fuer meine Memoiren - aber meine Perspektive zur Welt.

Drogen und Piraten

Ich rauche Zigaretten und trinke gern Bier - manchmal auch Wein. Anders als Bill Clinton gibt es bei mir eine THC-Vergangenheit INKLUSIVE Inhalation, aber die liegt weit über zehn Jahre zurück. Wirkmächtigere Substanzen oder Chemie habe ich nur unfreiwillig vor einer Operation genossen … wobei die Farben schon aufregend waren.

Und nun kommt meine Partei und will sämtliche berauschenden Substanzen legalisieren. Mein Opportunismus wischt sich eine Träne aus dem Auge - da hab ich doch gar nichts von. Oh wait, ich wohne ja in Hamburg. Meine deutsche Lieblingsstadt hat Spielplätze und Parks, in denen Spritzbesteck herumliegt. Es gibt Hauseingänge und schattierte Kiezecken, die vornehmlich Marktplatz für tickende Halunken sind. Und manch minderjähriges Mädel auf dem Straßenstrich verkauft ihren Körper, um anschließend die Seele wieder betäuben zu können.

Und was für Dreck da verkauft wird und wie armselig die Schwerstabhängigen ihre Karriere auf immer billigere Substitute immer minderwertigerer Qualität herabsteigen und wie unlauter der Wettbewerb einer im großen Maße kriminellen Schar an Marktbeschickern. Es gibt eine deutsche Drogen- und Suchtproblematik, die sich nicht leugnen lässt und die durch bisherige Gegenmaßnahmen selten bis nie einer Lösung nahekam. Vielmehr noch haben wir durch Illegalisierung und Prohibition nur noch größere Monster erschaffen. Von der ausgelagerten Dramatik in produzierende Zweit- und Drittweltländern ganz zu schweigen.

Unsere Programmatik zur Drogenpolitik wird in absehbarer Zeit keine Realpolitik werden und sicher noch etliche Diskussionen nach sich ziehen. Eine Neuausrichtung und Kurskorrektur, sowie erste Schritte werden aber zeitnah kommen (müssen). Jede Liberalisierung, Konsumentenentkriminalisierung und Versorgung Schwerstabhängiger wird zuallererst die ekelhaftesten und minderwertigsten Substitute mit den größten Margen aus dem Markt drängen. Crack oder Krokodil mit all ihren negativen Aspekten haben ihre Existenzberechtigung einzig und allein durch ihren Preis.

Ich werde beide Anträge noch oft durcharbeiten, um sattelfester zu werden. Ich bin mir des Erklärungsbedarfs und potentieller Anfeindungen bewusst. Aber ich will Aufklärungsarbeit leisten und den Sinn vermitteln können. In Anbetracht des Status quo muss unsere (globale) Drogenpolitik besser gestern, als heut reformiert werden. Prominente und zahlreiche Unterstützung wird noch zunehmen.

Ja, meine Zeilen sind nur aus dem Bauch heraus ohne anmaßende Kompetenz in diesem Tanzbereich. Umso dankbarer bin ich denjenigen, die diese Punkte in dem Umfang erarbeitet haben. Danke.

  1. ennomane hat diesen Eintrag von claudiusholler gerebloggt
  2. von claudiusholler gepostet
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