Heimvorteil
Beginnen wir mit einem gefühlten Konsens. Wir haben/wollen kein Delegiertensystem, sondern gelebte Basisdemokratie, die möglichst vielen eine aktive Teilnahme an politischer Meinungsbildung, Beschlussfassungen und Personenwahlen ermöglicht.
Ergänzen wir diese Annahme um einen unstrittigen Fakt. Der finanzielle und zeitliche Aufwand steigen mit der Distanz zwischen Heimat und Veranstaltungsort eines Parteitages.
Nun leiten wir daraus eine Vermutung ab. Die Wahl des Ortes bestimmt die Zusammensetzung der aktiven Teilnehmerschaft, mit einer potentiell größeren Beteiligung des ausrichtenden LV, der Anrainer und stetig abfallend, der weiter entfernten LVs (unter Berücksichtigung der LV-Größen).
Wider erwarten folgt nun kein Mimimi-Wehklagen über einen gefühlten Heimvorteil, verzerrte Ergebnisse und die möglichen Differenzen zwischen den verschiedenen LVs. Vielmehr versuche ich einen weiteren Konsens auszuloten. Wünschenswert wäre eine Möglichmachung einer breiteren und repräsentativeren Teilnahme aller gewillten Piraten - unabhängig von ihrem Wohnort, finanziellem Background und möglichst vielen weiteren Hemmnissen.
Je breiter der Querschnitt und je größer die Teilnahme an solchen Events ist, desto repräsentativer, legitimierter und weniger angreifbar wären sämtliche Ergebnisse.
Daher begrüße ich die Bestrebungen, den Bundesparteitag dezentral auszurichten und hoffe auf einen rechtssicheren und preiswerten Vorschlag diesbezüglich. In meiner Vorstellung ergänzen Satelitenparteitage, den zeitgleich in stets wechselnden LVs stattfinden “Mutterparteitag”. So gäbe es für alle Interessenten und diejenigen, die in der Nähe des eigentlichen Verantstaltungsortes wohnen, weiterhin die Möglichkeit zum überregionalen Austausch und Netzwerken. Auf der anderen Seite kann jeder LV oder mehrere gemeinsam kleinere Parteitage andocken. Die aktuellen Kommunikationslösungen, böten durchaus die Möglichkeit der Liveübertragung, Zuschaltung, Stimmabgabe und einer gemeinsamen TO. Der personelle Aufwand und die Strukturen hingegen wären eine logistische Meisterleistung, aber nicht unmöglich.
Ich vermute die gesamte Teilnehmerzahl wären um ein spürbares Drittel größer und die LVs fänden eine realistischere Gewichtung. Trotzdem werden es sich die “üblichen Verdächtigen” nicht nehmen lassen, den Haupt-BPT zu besuchen.
Nach einem Erstversuch lässt sich dieses Modell vielleicht sogar aufbohren. So könnte einmal jährlich ein LPT-Wochenende zeitgleich in allen LVs stattfinden. Der jeweils erste Tag, wäre ein synchronisierter programmatischer Bundesparteitag, während der zweite sich Landesthemen widmet. Nicht als Ersatz zu weiteren LPT/VBPT, sondern als fixe Ergänzung für mehr innerparteiliche Partizipation. Die Kosten dürften spürbar geringer ausfallen, während die Technik zeitgleich stabiler liefe.
Ich nenne es mal 6,3 Cent…frei zur Diskussion und werd mich gern bei der entsprechenden AG-Arbeit beteiligen.
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von claudiusholler gepostet