Kino.to
Kino.to, die wohl größte optische Beleidigung für Cineasten, ist down. Die Seitenbetreiber wurden verhaftet. Eine populäre Seite, welche etliche Berieselmomente für Tausende verschaffte, wird nun von einem Hinweis der Kriminalpolizei verziert.
Ich kenne die Macher der Seite nicht und unterstelle ihnen durchaus opportune Gründe für ihr voriges Handeln, die Werbebanner werden durchaus für Umsätze gesorgt haben. Und doch verurteile ich die unzeitgemäße und immer noch vorhandene Kriminalisierung von Kulturgenuss, welcher nicht käuflich erworben wurde.
Warum?
Weil es die Realität negiert. Unser Urheberrecht wird unserer Gesellschaft und insbesondere den Künstlern nicht mehr gerecht. Es bestraft Fans, sprich Konsumenten und macht die kulturelle Teilhabe vom Geldbeutel abhängig, obwohl die Kosten für Reproduktion und Streuung gen Null gehen. Eine Seite, wie Kino.to konnte doch überhaupt nur existieren (und deswegen auch in der miserablen Qualität am Markt bestehen), weil die Märkte verriegelt und verstaubt sind. Es wäre die dringlichste Hausaufgabe der Verwerter gewesen, MIR als willigem Konsumenten, eine hochqualitative Plattform in bester Performance anzubieten, auf der ich aktuellste und vergangene Blockbuster, als auch Kleinkunst, verkonsumieren kann. Ich will Filme und ich will dafür bezahlen…
Mit meiner Aufmerksamkeit. Ich schenke euch stundenlange Aufmerksamkeit und steigere eure Popularität, wenn ihr mir freien Zugang zu euren Kreationen verschafft. Mein Leben ist kurz, meine Aufmerksamkeit besitzt allein deshalb einen hohen Preis. Einen Preis der es mehr als rechtfertigt, mir eure Werke feilzubieten, anzupreisen, um meine Gunst zu buhlen…ohne das ich gezwungen bin auch nur einen Cent zu investieren. Und es wird sich dennoch lohnen.
Ich will mich durch eure Welten klicken, in Kunstwerke reinschnuppern, Gefallen finden, virtuell und/oder akkustisch probefahren. Und wer weiß, wenn ihr mich überzeugt lasse ich doch Taler bei euch, mehr als genug. Meine Platten-, CD-, VHS- und DVD-Sammlung geben mir Recht. Meine Wand voller Konzert- und Kinokarten ebenso. Ich schaue die Werbung, die mit euren Soundtracks untermalt ist, fahre in Kaufhausfahrstühlen zu euren Tönen. Ich trage Bandshirts, habe Poster an der Wand. Ich flattere, Spende, klicke, like, rezensiere, mundpropagiere, schaue auf Werbebanner (na gut nicht immer). Aber dafür will ich was sehen von euch…in BESTER QUALITÄT UND OHNE VERZEHRZWANG.
Es ist euer Job euer Produkt an den Markt zu bringen. Mein Job ist zu konsumieren. Wie ihr damit Geld macht, ist mir egal. Euer Geschäftsmodell müsst ihr erfinden, sonst tun es andere - wie die oben genannte, mehr als lausige Website Kino.to. Es steckt viel Geld im Markt. Ihr aber, werte GVU, ihr seid offensichtlich unfähig notwendig damit die Verwerter (nachträglich umgeschrieben) in einem freien Markt ohne staatliche Einmischung aufgrund eures Mimimi zu bestehen und das widert mich an.
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Quelle: claudiusholler
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