Hallo Außenwelt, hallo Realität.
Liebe und aufrichtig geschätzte Reallifemenschen, die ihr meine Familie, Freunde, Bekannte und sonstige privaten Beziehungen schon außerhalb des Internets wart und seid, diese Zeilen widme ich euch. Wir kennen uns (oft) schon sehr viele Jahre und haben eine bunte Menge an gemeinsamen Momenten, Erlebnissen und Kommunikation verbracht. Ich weiß das sehr wertzuschätzen und freue mich immer wieder auf Begegnungen und Austausch mit euch.
Während wir uns früher verabreden mussten, um mehr voneinander zu erfahren, bietet das Internet durchaus verwirrende Zusatzinformationen, auch über mich. Ich bin ein aktiver Bespieler in dieser digitalen Welt. Ich konsumiere und erstelle Inhalte, taumle durch wildeste Plätze der virtuellen Eitelkeiten und manchmal bin ich auch an Orten, die euch vielleicht sogar nerven, verschrecken oder ratlos lassen würden.
Das Netz wird immer selbstverständlicher, meine sehr aktive Nutzung kommt immer mehr in der Normalität an. Menschen, die vor fünf Jahren noch keine Emailadresse hatten, spielen heute Farmville bei Facebook, mehren ihr Wissen bei Wikipedia und verfolgen das Zeitgeschehen auf Spiegel online. Natürlich luschert man auch manchmal ums Eck und schaut, was die Personen aus dem eigenen Umfeld so treiben. Nach dem Namen anderer Leute googeln ist durchaus Volkssport geworden.
Ich bin mit einem Namen ausgestattet, der wenig Verwechslungen zulässt. Mein Lebenswandel, Interessenshorizont und viele Aktivitäten sorgen für mittlerweile 5.600 Einträge wenn man Google explizit nach “Claudius Holler” durchsucht - Tendenz steigend. Die Ergebnisse sind in ihrer Gesamtheit nicht sonderlich spektakulär und vieles dürfte euch schon vorher bekannt gewesen sein. Und doch findet sich bestimmt das ein oder andere Detail, welches ihr nicht wusstet, für möglich gehalten hättet oder Befremden auslöst.
Ich verstelle mich hier nicht wirklich. Lebe genau wie in der “Kohlenstoffwelt” befreit auf und verbiete mir den Mund höchstens aus Respekt vor meinem Gegenüber. Im Unterschied zum “da draußen” bleibt das meiste langfristig erhalten - es entsteht quasi eine protokollierte Teilnahme am Internet. Für mich persönlich überwiegen die Vorteile, doch subjektiv betrachtet wird jeder etwas anderes herauslesen. Ich kann nachvollziehen, dass einige Aussagen, Bilder und sonstigen Ergüsse für Irritationen, Langeweile, Unverständnis oder Enttäuschung sorgen können - ich nehme das in Kauf. Am Rande erwähnt sei der Umstand, dass die vorgefundenen Informationen nicht alle von mir erstellt wurden und auch nicht zwingend der Wahrheit entsprechen müssen. Noch weniger entspricht die Gesamtheit der Einträge einem Echtzeitbericht. Vieles ist schon betagt, manches würde ich so nicht mehr formulieren, seltenes ist mir peinlich und und und. Achja und digital wirkt einiges wesentlich härter und bissiger, als es gemeint ist.
Man kann neue Seiten an mir erkennen und sich wundern wer die Leute sind, mit denen ich teils sehr intensiv kommuniziere, diskutiere oder auch streite. Höchstwahrscheinlich erscheint das meiste geradezu banal und schlichtweg langweilig. Viele der von mir genutzten Dienste, wie Twitter, Googleplus, Foren, Wikis, TumblR, Blogs etc. sind nicht jedermanns Sache, in jedem Fall gewöhnungsbedürftig. Bedungen durch ihre Funktionalität verzerren diese Seiten oft die Außenwirkung der inhaltsliefernden Nutzer und zeigen nur einen Bruchteil der vielen Facetten, die jedes Individuum ausmachen.
Das Allerbeste ist aber:
Ihr seid nicht gezwungen euch den von mir verzapften Output anzutun. Ich zwänge euch nichts auf, alles steht zur freiwilligen Nutzung bereit frei von jeglichem Verzehrzwang. Ja, ich entwickle mich, einen Großteil dessen, was man hier findet trug ich aber schon immer mit mir herum. Ich persönlich freue mich einen Ort gefunden zu haben, wo die Chance auf ein interessiertes Gegenüber (so abstrus das Thema auch sei) zu treffen immer gegeben ist. Manchmal vergehen hierfür sogar mehrere Monate.
Seid also froh, dass ich - weil ich euch so schätze und respektiere - euch eben nicht in echten Begegnungen mit meinem Schwachfug belästige, euch Ohren abkaue oder mich über langweilige Dinge ausheule. Aber bitte gesteht es mir zu, frei zu leben und zu denken und macht mir keine Vorhaltungen deswegen. Und wenn ihr doch etwas findet, was eine Nachfrage erfordert:
Ihr wisst, wie ihr mich erreichen könnt, im Zweifel sogar persönlich, mit Gestik und Mimik.
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von claudiusholler gepostet