<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" version="2.0"><channel><atom:link rel="hub" href="http://tumblr.superfeedr.com/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"/><description>Zu viele Zeichen fuer Twitter, zu langfristig fuer Facebook, zu wenig fuer meine Memoiren - aber meine Perspektive zur Welt.</description><title>Gehirnakrobatik</title><generator>Tumblr (3.0; @claudiusholler)</generator><link>http://claudiusholler.tumblr.com/</link><item><title>Filzschuh mit autoritaetsverachtender Musik</title><description>&lt;p&gt;Es gibt seit einigen Tagen dieses social Web. Tausend Dienste, die sich auf Milliarden Menschen stürzen. Alles in der Hoffnung ein zwei Dollar, mit deren Interaktion und Inhalterschaffung zu generieren. Mir als plumper Anwenderseele gefällt vor allem die interessens- und meinungsgeschuldete Zueinanderfindung spannender Individuen. Man liest sich. Was so banal klingt, ist so viel mehr. Es ist ein Mitverfolgen der Entwicklungen des Gegenübers, mit dem man nur selten die Schulbank drückte und die wiederkehrende gegenseitige Reflektion und Rückversicherung über prinzipielle Grundwerde oder auch streitbare Terrains.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man nennt es abgedroschen &amp;#8220;Filterbubble&amp;#8221; und doch ist es ein digitaler Habitat. Ich bin durchaus in der Lage Sympathie oder Gegenteiliges für die jeweiligen Aussagelieferanten zu empfinden, von denen ich oft kaum mehr als einen &amp;#8220;lustigen&amp;#8221; Avatar mit passendem Nick kenne&amp;#8230;wohl aber - aus Versehen - ganz viel von tief innen drinnen. Das was Menschen aufrichtig bewegt und umtreibt, kippen sie mehr oder minder in digitale Katalysatoren und machen sich nahbar, trotz physikalischer Distanz. Manche dieser immer weniger &amp;#8220;Unbekannten&amp;#8221; begleiten mich nun seit mehreren Jahren, ohne jemals ein in Fleisch gehülltes Lächeln oder Zornfalten gesehen zu haben oder auch nur eine grobe Ahnung der Gesichtzüge zu haben&amp;#8230;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8230;und dann steht da ein verschmitzter junger Kerl, der laut Perso sicher schon weiß wie man &amp;#8220;Vierzig&amp;#8221; schreibt und grinst einen graumeliert an. Freundliche Augen verfolgen zunächst ein Gespräch, bei der Augeninhaber zunächst am Rand sitzt - wohlwissend, dass er diese Unterhaltung überhaupt erst eingetütet hat. Doch irgendwann kommt die direkte Kommunikation. Befremden und vorsichtiges Herangetaste sonstiger &amp;#8220;Erstkontakte&amp;#8221; haben sich längst absentiert und stehen prostend an der Bar. Man kennt sich; wenngleich nur digital; man kennt sich. Die plumpe Smalltalkerei erübrigt sich, man hat die Vertrautheit durchzechter oder hitzig diskutierter oder hart geflachster Nächte im Gepäck. Auch morgendliche Schulterklopfer erinnert man unterbewusst, obgleich oft asynchron und/oder ohne bewusste Wahrnemung des Gegenübers. Man kennt sich. Und doch freut man sich, nicht die Enttäuschung mancher Blinddates zu vollziehen. Schließlich geht es auch um die Überprüfung langerprobter Menschenkenntnis&amp;#8230;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8230;Prüfung bestanden&amp;#8230; @Pantoffelpunk ist ein Guter. Einer, den man wohl auch in kohlenstofflicher Erstkontaktung nice gefunden und in ein erbauliches Gespräch verwickelt hätte. Internet&amp;#8230;Du bist ein guter Ding, KTHX for making this stuff possible. Next time different @Nick &amp;#8230; another Story.&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/38507534002</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/38507534002</guid><pubDate>Sat, 22 Dec 2012 02:28:45 +0100</pubDate><category>Twitter</category><category>socialweb</category><category>Begegnung</category></item><item><title>Vorstand im LVHH 12/13</title><description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Welche Herausforderungen stehen an?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hamburg steht vor der Aufgabe sich für die kommenden Jahre personell und programmatisch gut aufzustellen. Wir wollen bei den anstehenden Wahlen auf Bundes-, Bezirks-, Europa- und Bürgerschaftswahl erfolgreich die Fünfprozenthürde knacken und auf Landes- und Bezirksebene über handlungsfähige Gliederungen verfügen. Das bedeutet im schüchternen Erfolgsfall das wir bis 2015 die Manpower brauchen, um knapp 30 Abgeordnete in die jeweiligen Parlamente zu senden und parallel ca. 25 Vorständler in Landes- und Bezirksverbänden. Dazu müssen alle Ebenen noch über einen Aktivenkern für Parteipolitik neben dem Tagesgeschäft verfügen. Nicht zu vergessen, der Bedarf an kompetenten und vertrauten Mitarbeitern für die Fraktionen. Wir werden uns eher mit Ämtern und Mandaten zuschmeißen, als uns noch um sie zu streiten. Wir benötigen Zuwachs - an Inhalt und Mitstreitern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie bewältigen wir das?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Stärkung einer Kultur des Miteinanders, des Motivierens und sanften Anschubsens wirkt anstiftend. Zulassen und Moderieren, für mehr Verantwortung und weniger Führung, eben funktionierende Strukturen und Prozesse bei zeitgleicher Wiedererstarkung des piratigen Mandats. Es braucht eine Kultur, die die Menschen bei ihren Fähigkeiten packt, sie ermutigt und auch ruhigere Menschen zu Wort kommen lässt. Mitmachpartei bedeutet vor allem Barrierefreiheit, das Anerkennen von Leistungen (aber eben auch der subjektiven Leistungsfähigkeiten) und konstruktive Kritik. Die innerparteiliche Meinungsbildung ist der Schlüssel auch neue Mitglieder wirklich fit in unserem stetig wachsenden Programm und bewährten Arbeitsweisen zu machen. Empowerment bedeutet mehr als die Schulung in Tools, es geht auch um Empathie und Vertrauensbildung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Welche Rolle spielt der Vorstand?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich wünsche mir einen Gesamtvorstand, der die obengenannte Kultur vorlebt und idealerweise harmonisch, in jedem Fall aber sachlich-konstruktiv zusammenarbeitet. Er ist so zusammengesetzt, dass sich die Heterogenität des Landesverbandes darin wiederspiegelt - Altpiraten, 2009er und Frischpiraten - Theoretiker und Praktiker. Er arbeitet vorstandsintern und innerparteilich mit flachen Hierarchien und bindet die Aktiven auffordernd mit ein. Delegationen und Servicegruppen sorgen für schnelles Handeln und Arbeitsentlastung. Großes Augenmerk gilt der Inklusion von Neumitgliedern, der Motivation von Aktiven und der Reanimation von abwesenderen Altpiraten. Es gilt, das Spielfeld zu pflegen und die Strukturen auszubauen. Effizienzsteigerung durch definierte Abläufe und projektbezogene Stellenausschreibungen, damit jeder Pirat, seinen Fähigkeiten entsprechend mitarbeiten kann und will. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wir kann er zusammenarbeiten?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Geschäftsverteilung braucht zu den bisher eher stichwortartig benannten Aufgaben, regelmäßig zu definierende Zielvorgaben und entsprechende Verantwortliche, die die Umsetzung betreuen. Starke Untergliederungen sind wichtig. Doch damit der Landesverband nicht ausfranst sind quartalsmäßige gemeinsame Sitzungen aller Vorstände und interessierter Aktiver in den Bezirken hilfreich. Monatliche ordentliche Vorstandssitzungen mit vorabverkündetem Inhalt lassen sich langfristig terminieren. Sollte ich gewählt werden rege ich an, dass auf der konstituierenden Sitzung eine mehrstündige Klausurtagung beschlossen wird. Dort können sich die Beteiligten richtig kennenlernen, ihre Arbeitsweise und Rollenverteilung diskutieren und sich in den erforderlichen Tools schulen. Ein Fokus dabei sollte auf der Arbeitsentlastung und Beauftragung bzw Stellenausschreibung liegen. Ein Vorstand, der als gehobenes Sekretariat agiert, ist Ressourcenverschwendung.&lt;/p&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/35305183599</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/35305183599</guid><pubDate>Fri, 09 Nov 2012 01:43:33 +0100</pubDate></item><item><title>Quote und so</title><description>&lt;p&gt;Disclaimer: Dieser Post schreibt am Eichhörnchen vorbei und legt seinen Fokus auf die &amp;#8220;weiblichmännlichen&amp;#8221; Aspekte der Piratenpartei. Und er ist aus der Hüfte&amp;#8230;und maßt sich nicht an, das Patentrezept hervorzuzaubern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wieder eine Listenaufstellung, wieder kaum kandidierende Frauen, die wiederum auf wenig prominenten Plätzen landen, wieder aufgeregte schwarzweiß Diskussion. Unsere Gesellschaft ist bunter, als unsere Partei es ist, offensichtlichst wirken wir auf gewisse Menschen nach wie vor abschreckend genug, sich nicht aktiv einzubringen. Während die Wählerklientel immer bunter wird, zieht die Zusammensetzung der (aktiven) Parteimitglieder nur sehr langsam nach. Geht es um &amp;#8220;wichtige&amp;#8221; Ämter und Posten gibt es IMHO vier Phänomene:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Die Wahl eines sich zur Wahl stellenden Frauentyps, den man(n) guten Gewissens als Alibi (mit-)wählt und neben/über sich ertragen kann und dabei Erleichterung verspürt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Verteidigte Pfründe und kollektive Kompetenzunterstellung reputierter männlicher Bewerber.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Faire Wahlchance.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;4. Die Regel bestätigende Ausnahmen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den vierten Punkt ignoriere ich, weil er keinerlei Systematik oder Problematik darstellen dürfte. Der dritte Punkt ist in den meisten Gliederungen eher selten anzutreffen und auch nicht zwingend von Dauer. Die ersten beiden Punkte unterscheiden sich höchstens in der Bewertung der Kandidatin. Könnte sie gefährlich sein/werden (z.B. durch zu selbstbewusstes Auftreten) oder die Unterschätzung, als ein zu harmonisches, passables und dekoratives Wesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich behaupte, Marina erfüllte den letzten Fall (zu ihrer Wahl) und hat im Laufe ihrer Amtszeit für so manch männliche weiche Knie gesorgt. Man spürte das kollektive Aufatmen, als sie eine weitere Amtszeit erstmal ausschloss und doch droht das Ungemach, sollte sie die Rückkehr wagen. ABER, sie hat IMHO den Sprung zu 3. oder 4. wohl geschafft.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es sind die ersten beiden Punkte, die mir Bauchschmerzen bereiten. Sie nötigen Bewerberinnen dazu, sich an weit mehr Attributen messen lassen zu müssen, als ihre männlichen Bewerber. Optik z.B. dürfte bei den meisten Herren, die auf der Bühne stehen, ein sehr nachrangiges Kriterium sein. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zugewiesen weibliche Verhaltensformen, wie Harmonie, Besonnenheit, Bescheidenheit, Ruhe und Ausgleich sorgen für wenig schillernde Outer Appearance, während manch Macker sich zu jedem Kunstfurz beglückwünschen lässt. Andersherum schadet eine Frau sich selbst, je mehr als männlich erachtete Umgangsformen sie pflegt - sie (ver-)schüchtert und muss Böses im Schilde führen. Eigentlich unterscheiden sich die Punkte 1. und 2. nur in ihrem Moment, der ersten Wahrnehmung der Frauen und dem Zeitpunkt, bei dem sie aus dem Spiel ausscheiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Quote (in demokratischen Gruppierungen) heilt diese Situation jedoch nur oberflächlich. Ursache und Wirkung liegen zu weit auseinander, als dass männliche Minderwertigkeitskomplexe und weibliche Feindbilder sich durch diese Maßnahme auflösen können. Ich halte sie auch nicht mehr für eine zielführende Brückentechnologie. Das war sie bei den Grünen und könnte sie kurzfristig in der Wirtschaft sein. Für die Piraten taugt sie nicht. Allein die Vorstellung, dass in einem provinziellen Kreisverband mit 30 Akkreditierten, eine Frau per Quote aus dem Hut gezaubert wird und ihre gesamte Amtszeit im Gegenwind verbringen muss, lässt mich Schaudern. Über diese Leichen möchte ich nicht gehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist Kultur, die Veränderung vollbringt. Es sind soziale Regelungen, die sich eine Gruppe gibt. Wir müssen einen Kommunikationsstil entwickeln, der Lautes im Rauschen verblassen lässt oder bestenfalls ausfadet und Leises hervorhebt. Die Gruppe muss gemeinsam Raum schaffen und Interesse daran zeigen, was ruhigere Menschen mitzuteilen haben, deren Ellenbogenmentalität unausgeprägt ist. Und es liegt an der Gruppe, Störverhalten anzuprangern und gemeinsam Fairplay vorzuleben. Der Druck muss vom Kessel. Wenn Zuhören im Vordergrund steht und echtes Interesse am Inhalt des Gesagten, wird sich das Gegenüber nochmal und nochmal trauen sich mitzuteilen, daran wachsen, Verantwortung weniger scheuen. Andersherum braucht es das Selbstverständnis, dass Delegieren und Aufgabenteilung keinerlei Gefährdung darstellt, sondern sogar effienzsteigernd ist. Es geht um Plattformneutralität und um Empowerment und nicht um simulierte Flauschwölkchen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In kleineren Runden beginnt es. Gemeinsame Rederegeln und wechselnde konsequente Moderation sorgen für eine Nivellierung der Gesprächsanteile. Das Alphatier kann dann nur scheitern, die Hierarchie verflacht, während das kollektive Selbstbewusstsein wächst und das Gegenüber weniger als Mitbewerber, denn als Teampartner erkannt wird. Kollektives Selbstbewusstsein und immer selbstverständlicheres Fairplay, sorgen für eine Athmosphäre, in der auch sensiblere Menschen gern erneut zu einer Runde dazu stoßen und Alphas erstmals den entspannten Moment von Grundvertrauen erleben. Das mag hippieesk klingen, doch selbst unterschiedliche Meinungen oder gar fehlende Sympathie lassen sich in sachliche Zusammenarbeit oder zumindest konstruktive Kritik umlenken. Dazu muss das Kollektiv bei Störfeuer gemeinsam intervenieren. Das geht und hilft den angstbeißenden Männern am allermeisten über ihren Schatten (den sie haben) zu springen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man gebe einem System die nötige Zeit zu erwachsen und Veränderungen umzusetzen, aber man fordere sie immer wieder ein und lebe es vor. Eine Quote greift hierfür leider immer zu kurz und bliebe höchstens ein Alibi.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich möchte anmerken, dass ich den Landerverband Hamburg diesbezüglich schon weiter vorne sehe, wenngleich noch immer genug Luft nach oben herrscht. &lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/34095510483</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/34095510483</guid><pubDate>Mon, 22 Oct 2012 14:46:40 +0200</pubDate><category>piraten</category><category>Piratenpartei</category></item><item><title>GEMAstoppen </title><description>&lt;p&gt;Ich mag Musik. Ich bewundere Musiker. Ich konsumiere Werke. Ich gönne Künstlern ein lebenswertes Auskommen und Erfolge. Ich neide auch kreativen Großverdienern Nichts. Ich halte Verwertungsgesellschaften an sich für sinnvolle Instrumente, Interessen der Künstler zu vertreten und diese bei der Verwertung ihrer Werke zu supporten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Meiner Meinung nach wird die GEMA diesem Anspruch weder aus Künstler- noch aus Konsumentensicht gerecht. Die GEMA ist aus vielen Gründen zu kritisieren. Ich kritisiere Monopolstellungen generell, insbesondere wenn diese mit staatlicher bzw gesetzlicher Unterstützung manifestiert werden. Es braucht Alternativen auf Augenhöhe und einen realen Wettbewerb. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gemavermutung ist eine Beleidigung für einen Rechtsstaat. Die Ver-/Be-Hinderung privater Nutzung von Werken im Internet widerspricht dem eigentlichen Künstlerinteresse von Reichweite und Verwertbarkeit. Der Verteilungsschlüssel ist kulturfeindlich und belohnt gefällige Künstler, während das Gros der Künstler jenseits geldwerter Chartplatzierung mit Kleingeld abgespeist wird. Die Erhebung von Entgelten bei kommerzieller Werksnutzung war und ist willkürlich und durch ein viel zu grobes Raster geregelt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die aktuelle Gematarifreform ist aus verschiedenen Perspektiven angreifbar und eine weitere Fehlentwicklung der GEMA-Politik. Sie ist aber nur ein einzelner Aspekt eines undemokratischen und fehlgeleiteten Konstrukts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein Protest gegen die GEMA ist weniger allein gegen die Tarifreform gerichtet, als eine Forderung nach einer Komplettreform und Demokratisierung der GEMA, auch mit politischen Mitteln. Ich wünsche mir Konkurrenz zum Modell GEMA und Künstler, die gemeinsam mit Nutzern ihre Ansprüche an Verwertungsgesellschaften formulieren. Ich wünsche mir die Emanzipation der Betroffenen und ein Modell, welches transparent und gerecht den Fokus auf das Auskommen für den Großteil der Künstler legt. Es braucht eine Umverteilung, die unsere kulturelle Landschaft bereichert, anstatt wenige Superstars massiv zu bevorteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und deswegen bedaure ich, dass die aktuellen Proteste so einseitig interessensgelenkt sind. GEMA(Tarifreform)stoppen ist mir zu wenig:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;GEMAindieSchrankenweisenundKonkurrenzschaffenunddabeiKünstlerundKonsumentenbefriedigen und zwar in einem breitaufgestellten Bündnis - JA BITTE!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/30993504109</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/30993504109</guid><pubDate>Thu, 06 Sep 2012 15:30:22 +0200</pubDate><category>GEMA GEMAstoppen</category></item><item><title>Gnarf4</title><description>&lt;p&gt;Nun da sich der &amp;#8220;piratige&amp;#8221; Ruhepuls beim Entspannungswert over9000 angesiedelt hat und der Moralinsäurepegelstand durch den Betriebsklimawandel einen neuen Höchstand erklomm, schreibe ich mal etwas mit Bezug zur politischen Geschäftsführerschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle Welt hat nun ihre Meinung zu Ponaders Sandalen gebildet, also mache ich etwas piratenuntypisches und versuche das mit der unaufgeregten Konstruktivität. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Programm unserer Partei findet sich einerseits Kritik am bisherigen Umgang mit der Hartz4 genannten Transferleistung, sowie ein mehr oder minder verklausuliertes Gutfinden des BGE oder in weicher Anlehnung an das Grundgesetz, der ältere Resetantrag. Das ist soweit knorke, wie bekannt. Ebenso bekannt ist des Ponaders Begeisterung für dieses Thema und seine Lebensumstände unsteter Einkünfte und der daraus resultierenden Herausforderung, den Lebensunterhalt trotzdem würdig gestalten zu können - bekannt schon vor seiner Wahl.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kaum ein Pirat konnte zuletzt, die Johannes zugewandte Medienaufmerksamkeit ignorieren und auch er selbst bemühte sich nicht wirklich im Schatten zu verweilen, sondern betrieb weiter das erwartbare Agendasetting (wertfrei gemeint) pro BGE. Die Eskalation, medial befeuert und von amtlicher Seite überreizt, sorgte für viel Reichweite und Diskussionen von sachlich, bis Kloake. Im Resultat wandte sich unser polGF vom Amt ab und lancierte (ließ Lancierung zu) eine Art Privat-BGE (wobei BGE eher nicht die richtige Beschreibung ist) - ein spendenbasierter Lebensunterhalt, mit Gegenfinanzierungsabsicht und Partei-Rückspende-Zusage, bei ausreichend selbstgeneriertem Einkommen. Soweit so strittig, kommt jetzt die Konstruktivität:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johannes Ponader steht Kraft seines Amtes logischerweise stärker im Rampenlicht, als manch anderer und setzt sich bei Überschreitung bzw Verletzung von Parteizielen oder Opportunität dem Risiko von Kritik bis Shitstorm aus. Es ist sicher nicht so, dass diese Aktion nicht ausreichend von allen Seiten befeuert wurde. Und doch glaube ich, hätte es einen Königsweg geben können, den man noch immer beschreiten könnte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Agenda2012 hat zu kritisierende Zustände bewirkt, die von den Piraten zu Recht bemängelt werden. Der private Leidensdruck von Johannes wurde, ebenso wie die generelle Hartz4-Politik kritisiert und in Frage gestellt. Insbesondere der Vorgang, dass ein Amt ehrenamtliches Engagement eines Leistungsempfängers derart in Frage stellt, obgleich derjenige nichtmal fortwährend Bezüge genießt und formal korrekt agierte, sorgte für gefühlte mehrheitliche Rückendeckung, auch über die Piratenpartei hinaus. Erste Kritik kam auf, als dem Amt &amp;#8220;gekündigt&amp;#8221; wurde, weil eben diese Option nicht jedem vergönnt ist. Sie wurde umso stärker, als öffentlichkeitswirksam ein Spenden-BGE lanciert wurde. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Viel effektiver und politischer hätte ich die Schaffung eines Präzedenzfalls gefunden. Mit Rückendeckung der offensichtlichen Spendenbereitschaft, wäre richterliche Klärung des Sachverhalts und Offenlegung der Fehler des Hartz4-Prinzips mit ausreichend Futter für Kritik möglich gewesen. Man hätte mit anwaltlicher Hilfe herausfinden können, wo das Amt seine Grenze überschritt und wieviel Ehrenamt und soziale/politische Teilhabe einem Leistungsbezieher zusteht und medial auf die prekäre Situation bei temporärern Berufen (auch in den hippen Medien) aufmerksam machen können. Unser Sozialsystem bietet viel Platz für Kritik und Reform, einzig fehlt es den meisten Betroffenen an Rückhalt finanzieller Natur und medialer Aufmerksamkeit. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine private - und öffentlich mitgetragene - Klage einerseits und die Ausreizung der Situation (unter Klage-Risiko von Amts wegen) andererseits, hätte wohl zu weniger Kritik geführt. Die persönliche Belastung von Johannes ist in der aktuellen Situation, wohl auch nicht wirklich kleiner, als im geschilderten Fall, die Rückendeckung wäre aber sichtlich größer. Mehr Blick aufs &amp;#8220;große Ganze&amp;#8221; und weniger privates &amp;#8220;Klein-Klein&amp;#8221;, während wir parallel die &amp;#8220;bezahlte Vorstände&amp;#8221;-Diskussion mit weniger harten Fronten hätten führen können. Wäre im Anschluss an eine juristische Niederlage ein finanzielles Fangnetz (wie aktuell) vorhanden gewesen, wäre der Entrüstungssturm eine laue Sommerbrise geblieben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mir persönlich ist es wichtig, dass niemandem politische Teilhabe und Verantwortung verwehrt bleibt, nur weil der finanzielle und zeitliche Backround nicht ideal ist. Das wird niemals komplett gelöst werden, die Annäherung an diese Gerechtigkeit darf immer unser Ziel bleiben. Der mediale Alleingang war hier aber ebenso wenig zielführend, wie die &amp;#8220;proaktive Jobsuche&amp;#8221; für Johannes. Diese wirkt in höchstem Maß despektierlich und schmeckt nach &amp;#8220;Wer arbeiten will, findet auch welche&amp;#8221; aus den good old 60ies.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;BTW fand ich viele Kritik massiv überhöht und demaskierend, den offenen Brief von den beiden Jupis könnte ich aber - zumindest in Teilen - unterschreiben.&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/30107159674</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/30107159674</guid><pubDate>Fri, 24 Aug 2012 18:12:40 +0200</pubDate></item><item><title>Religionsfreiheit</title><description>&lt;p&gt;Ich beginne mit zuviel Detail: Ich bin unbeschnitten und ich bin froh drüber. Meine Adoleszenz wäre ohne dieses Detail sicher anders verlaufen - ganz subjektiv betrachtet, weniger freudvoll und selbstreflektiv. Das geht an sich niemanden außer mir etwas an und ich dränge mich diesbezüglich selten exhibitionistisch ins Rampenlicht. Ich mag meinen Körper und gestehe jedermann zu, gegenteilig zu empfinden. Dessen Argumente, ob religiös, ästhetisch oder sonstwie begründet hinterfrage ich nicht, sondern akzeptiere sie genauso, wie Tattos, Piercings oder jede andere Art von körperlicher Veränderung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich mag unser Grundgesetz und bin gewillt es zu schützen.  Das gilt auch für den &lt;a href="http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_4.html"&gt;vierten Artikel zur Religionsfreiheit&lt;/a&gt;. Wenn eine Religion gewisse Rituale, Traditionen und Tätigkeiten verlangt, steht es jedem Menschen frei sich diesen freiwillig unterzuordnen (selbstverständlich wenn dadurch die Freiheit Dritter nicht gefährdet wird). Ich als Atheist maße mir nicht an zu missionieren oder gläubige Menschen mit meiner Weltsicht zu penetrieren (wünsche mir Selbiges auch umgekehrt). Dort wo Menschen aufgrund ihrer Religion diskriminiert, angegriffen oder sonstwie schlechtergestellt werden zeige ich Zivilcourage und fühle mich und mein Bekenntnis zu Pluralismus und Heterogenität mit angegriffen. Jeder darf glauben, was er/sie/es will.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Per se verlange ich von jeder Religion ein Opt-In-Verfahren. Ich wünsche mir genügend Rückgrat seitens einer Glaubensgemeinschaft und ihrer Institution, dass sie ihre Bekenntnisse und Rituale von Menschen einfordern, die in der Lage sind ihren Willen zu äußern, ohne diese vorher vom kulturellen Ablauf auszuschließen. Familie, Religion und Gesellschaft vermitteln Werte und definieren eine Gemeinschaft und zwar an jedem Ort der Welt auf höchst unterschiedliche Art und Weise. Das ist zunächst begrüßenswert - selbst wenn man anderer Ansicht sein mag. In dem Moment, in dem ein Mensch sich aber für eine andere Weltsicht, Wahrheit, Kultur oder Lebenssituation entscheidet (oder noch nicht entschieden hat), darf dieser nicht in seiner emanzipierten Entfaltung behindert werden. Auch hierzu liefert (nicht nur) unser Grundgesetz achtbare Aussagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tatsächlich bewerte ich persönlich auch eine Taufe als unangemessenen Eingriff in die Rechte eines Menschen, insbesondere dann, wenn die Wiederherstellung mit dem &amp;#8220;Originalzustand&amp;#8221; mit Aufwand und Kosten verbunden ist oder nach mancher Theorie (Katholizismus) unmöglich bleibt. Eine Beschneidung geht einen entscheidenden Schritt weiter und sorgt für einen irreparablen Eingriff in die die Rechte des Individuums und zwar auch in die Religionsfreiheit. Darüber hinaus ist die Irreparabilität auch eine im Wortsinne, die körperliche Unversehrtheit ist angetastet worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich bin froh, dass wir es als Gesellschaft überwunden haben, mit jahrzehntehundertetausende alten Ritualen und Traditionen zu argumentieren. Glücklicherweise gestehen wir uns selbst zu, fortwährend zu reflektieren, in Frage zu stellen, neu zu bewerten und Fortschritte zu gewähren. Ich möchte jedenfalls kaum einen Wertekanon und Regelkatalog aus dem 11. Jahrhundert erfüllen müssen. Regeln, Gesetze, Werte, Normen, Rechte und Pflichten haben sich der jeweiligen Gesellschaft anzupassen und tun dies auch (unterm Strich und zuletzt zum Glück meist menschenfreundlich - auch wenn es fiese Ausnahmen gibt). Gern aber dürfen alle Weltbilder (so sie nicht verfassungsfeindlich sind) Angebote schaffen, Menschen erreichen und von sich überzeugen. Ich spreche mich aber gegen jeden Zwang oder Maßnahmen ohne Willensbekundung aus, gerade bei physischen Eingriffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Religion darf Zugeständnisse machen. Sie darf warten, bis Menschen sich freiwillig bekennen. Sie darf belohnen, wenn jemand diesen Schritt geht. Nur dann schafft sie den Sprung in die Moderne. Diesen Dialog müssen wir führen, darüber sprechen, wie Artikel 4 GG für alle Beteiligten gleichermaßen umgesetzt werden kann und keine unwiederbringlichen Fakten schafft. Das Ziel soll dabei nicht Religionsfeindlichkeit oder Diskriminierung sein, sondern den Menschen in den Mittelpunkt rücken. Denn nur um ihn geht es hierbei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Richterspruch fusst auf Logik und lässt sich schlüssig begründen. Ein reines Verbot greift allerdings zu kurz. Hilfreich oder aufklärerisch wird die Entscheidung nur, wenn drumherum ein Dialog auf Augenhöhe beginnt und die Intention begreifbar gemacht wird. Die Verdrängung der Praxis in Grauzonen, ins Unprofessionelle oder Illegale sind dem Kindeswohl ebenso wenig zuträglich, wie das aktuelle sichtbare politische Zurückrudern angemessen ist.&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/27263054334</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/27263054334</guid><pubDate>Sun, 15 Jul 2012 17:53:40 +0200</pubDate></item><item><title>Bringschuld, werte Altpiraten</title><description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jahaa, auch ich realisiere, in verschiedenen Eskalationsstufen der Genervtheit, das merkwürdige Verhalten einiger Mitglieder jüngeren Datums. Mittlerweile haben sich diesbezüglich genug - auch von mir sehr geschätzte - Träger privilegierten Wissens dazu geäußert.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben parteiinternes Nervpotential und Wissensdefizite, Philosophenstreitigkeiten und sendungsbewusste Schlachtfelder obskurer Partikularinteressen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Funfacts: &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Der Status Arschloch ist und war nie eine Generationenfrage.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die Piratenforderung Bildung, Transparenz und Patrizipation gelten nicht exklusiv für die Wissengesellschaft im Generellen, sondern auch parteiintern.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Mauern sind seit Herrn Ulbricht, bewiesenermaßen höchst untauglich irgendeinen Schutz zu gewährleisten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Last but not least (und frei nach Ballmer): Developement, Developement, Developement! &lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wir edlen Piraten der ersten Stunde (wo ich nicht zugehöre, obwohl &amp;#8220;im Herzen war ich immer&amp;#8230;&amp;#8221;) und der Welle Zensursula2009 reiten auf hohen Rössern mit unserem Geheimwissen durch die Schlacht. Geheimwissen, nicht weil es versteckt ist, sondern weil wir nicht vergessen dürfen, dass wir es auf tausenden Kanälen, in tausenden Nächten, mit tausenden Kontakten und tausenden Gesprächen erworben haben - insgesamt sogar over9000. Wir sind unendlich &amp;#8220;weise&amp;#8221; und &amp;#8220;früher war alles besser&amp;#8221;, aber Hey&amp;#8230;kein Grund für Arroganz und ebensowenig für jedwedes Suspensorium für unsere Balls of Steel. Wir führen Gutes im Schilde, unsere Idee ist derart sexy, dass sogar ihr Kondensat eine so große Strahlkraft hat, dass Menschen zu uns stoßen, die noch nicht alles zu 500% begriffen haben&amp;#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;#8230;und jetzt kommt´s: SHARING IS CARING! Lasst uns bei denen, wo wir Neugierde erkennen, Begeisterung entfachen. Lasst uns aufklären, integrieren, Wissen mehren. Unser Programm ist plausibel, unsere Philosophie verfügt über eine logische Erklärung. Und jetzt, wo wir an Infoständen nicht mehr als Kinderschänder, Spaßpartei oder Nazis bepöbelt werden haben wir auch die nötige Motivation uns nervigen parteiinternen Diskussionen zu stellen und Leute an die Hand zu nehmen, die noch nicht ganz angekommen sind. Dort wo es sich lohnt, die Hand reichen, auch wenn es ermüdend erscheint. Je mehr wir zu Kooperationspartnern und Wissensträgern machen, desto weniger müssen wir uns über &amp;#8220;Neulinge&amp;#8221; aufregen, umso mehr Mitstreiter haben wir da draußen und bei uns zu Hause. Und wir können das&amp;#8230;wir haben unseren Anteil Netzpolitik, Transparenz, Urheberrecht, Bürgerrechte auf die Agenda gesetzt zu haben - wider alle Windmühlen und Verächtlichkeit. Und wir haben mitgeholfen, dass sich der gesellschaftliche Impuls gegen Zensurmaßnahmen, Korruption und Politik1.0 wendet. Dann werden wir wohl neugierige Mitmenschen, die ihren Weg zu uns finden und mehr wissen wollen, derart wappnen können, dass sie uns helfen im Kampf gegen die oben genannten Arschlöcher zu bestehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus eigener Erfahrung mit einer neu entstehenden Unteruntergliederung der Piraten, mit Bezug aufs Lokalpolitische weiß ich zu berichten:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die meisten sind lern-, begeisterungs- und abstraktionsfähig genug, den heiligen Gral zu greifen und einen großen Schluck zu nehmen&amp;#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;WENN! MAN! IHN! REICHT!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;PS.: Ich kann den Supaheld, als auch Danielsanforschungstortencarridwen durchaus verstehen und nachvollziehen und teilweise hachend unterschreiben&amp;#8230;trotzdem.&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/27048382504</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/27048382504</guid><pubDate>Thu, 12 Jul 2012 15:25:34 +0200</pubDate><category>Piraten</category><category>Piratenpartei</category></item><item><title>Bundesvorstandesrechtliche Erschließung</title><description>&lt;p&gt;Mein Körper widerstand der Versuchung einer Piratengrippe zu erliegen, obwohl ich am Wochenende zwischen knapp 1.500 Parteimitgliedern weilte. Dabei stellte ich mein Immunsystem noch auf eine Belastungsprobe. Diese beinhaltete die Härten &amp;#8220;lange Feiernacht&amp;#8221; und &amp;#8220;geistige Gespräche/Getränke&amp;#8221; und anschließender Kurzschlaf auf Betonboden. Offensichtlich bin ich doch noch nicht alt genug, sah ich am nächsten morgen doch fitter aus, als mein vernünftiger (und ohne Abendprogramm ins Bett gefallener) ehemaliger Landesverbandschef @haberflock.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gesundheitliche Verfassung rührt sicher auch daher, dass meine seelische Verfassung nach diesem Bundesparteitag nur durch wenig Gram und Unbill (Pflege kulturell wertvollen Vokabulars intended) beeinträchtigt war und ich vielmehr Freude daran hatte mit Menschen zu plaudern, die ich sonst eher nur digital kenne. Dazu fuhr ich heimwärts mit dem Gefühl, dass wir einen wirklich brauchbaren Bundesvorstand zusammengewürfelt haben. Die heterogene Mischung und personelle Auffrischung ist herrlich bunt, so dass ich sogar einige subjektiv so empfundene Wehrmutstropfen ertrage. Und hey, wer nicht kandidiert soll ja nicht meckern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vielleicht war dieser Parteitag sogar programmatischer, als man glauben mag. Ab von den längst überfälligen großen symbolischen Gesten gegen Arschlochismus, haben wir personell die Grundlagen geschaffen, den programmatischen Grundton der Partei auf einen Akkord aufzublasen. Das Grundgefühl von Liquid Democracy, dem BGE und basisdemokratischer Transparenz - bei der Partizipation kein Kann- sondern Muss-Feld ist - wirkt stärker herausgeehrt als je zuvor. Mir gefällt das.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil dieser Post eh wirr und tendenziell zu lang wird, hänge ich noch eine personell aufgeschlüsselte und subjektiv geprägte Bewertung des neuen Vorstands mit an.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Bundesbernd&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bernd kenne ich seit meinen ersten Besuchen in den damaligen Katakomben der Hamburger Piraten - im Waagenbau, einem Club unter der ICE-Trasse. Die Location war Punkrock, Bernd eher der irritierend solide Konterpart. Ich maße mir eine ausgeprägte Menschenkenntnis an, doch er hat es mir sehr knifflig ausgestaltet hinter seine Kulissen zu schauen. Hielt ich ihn zunächst (und immer wieder) für einen grummeligen aber doch verschmitzt grinsenden Kauz, der sich aber sehr bedächtig und konstruktiv seinem schatzmeisternden Tanzbereich widmete. Im Laufe der Zeit fand Bernd immer mehr auf Bundes- weniger auf Landesebene statt, was wohl auch seinem Beruf geschuldet ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Schatzmeisteramt bei den Piraten ist zum einen (und insbesondere in vergangenen Jahren) höchst unsexy und mitbewerberarm, bietet aber das Potential sich selten die Finger zu verbrennen und doch zu glänzen. Die Standing Ovations für Bernd in Heidenheim sind ein recht exklusives Erlebnis für Vorstandsmitglieder. Nun ist Bernd von einem Amt ins nächste gewandert und dienstältestes Mitglied im Buvo einer Partei, mit noch so wenig Historie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstaunlicherweise blieb Bernd von den meisten Shitstorms verschont. Bis auf die Rücktrittsandrohung am Anfang seiner Amtszeit, als es darum ging möglicherweise eine Ordnungsmaßnahme gegen Aaron König zu verhängen, wirkt er je nach Perspektive &amp;#8220;ausgeglichen konsenssuchend&amp;#8221; bis &amp;#8220;unprofiliert, un(an)greifbar und geräuschlos&amp;#8221;. Das wird sich mit dem neuen exponierten Amt zwangsläufig ändern und ich hoffe sehr darauf, keine bösen Überraschungen zu erleben. Sein früh geäußertes Bekenntnis pro BGE sammeln aus meiner Sicht durchaus Pluspunkte. Wenn er mithilft Liquid Democracy weiter zu adeln, umso mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich denke Bernd wird einen guten Vorstand abgeben und sinnvoll performen und doch wünsche ich mir, dass wir niemals den Grünen nacheifern. Ich persönlich mag regelmäßige Auswechslung in der ersten Reihe. &amp;#8220;Krusten und Routinen&amp;#8221; passen nicht wirklich zur Piratenpartei und ihren Ansprüchen. Durchlässigkeit nach oben und personelle Wechsel haben die ersten Parteijahre nicht nur geprägt, sondern die gewünschte Progressivität unterstrichen. Insgeheim hoffe ich, das Bernd das genauso sieht und anerkenne seine geleistete Arbeit und bin gespannt auf das nächste Jahr. Was mir wirklich gefällt, sind sein Hund und diese evolutionäre Frisur.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Tirsales&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir beide hatten schon vor seinem Bundesvorsitz durchaus Reibungspotential. Das ist sicher auch ein wenig Typsache - ab von Oberflächlichkeiten erscheint Sebastian mir das entscheidene Stückchen ZU bieder und ich will ihn gar nichtmal für seine Kurzzeitglanztat in der Tübinger CDU verhaften. Sozialisation und Prägung in der Jugend dürfte bei uns beiden unterschiedlicher kaum sein. So ist er schon immer das gefühlte Gegengewicht zu eher progressiven Landesverbänden und Piraten gewesen. Das hat durchaus seine Berechtigung, schmeckt mir selbst natürlich nicht so sehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei allen Unterschieden kann man mit Sebastian Nerz aber fair diskutieren - agree to disagree und Argumenteaustausch bilden die Grundlage hierfür. Ich habe durchaus realisiert, dass die ihn umgebene Fettnapfdichte mit der Länge seiner Amtszeit seltener genutzt wurde. Persönliche Meinung, öffentlich kommuniziert wurde immer treffsicherer zurückgenommen oder aber klar als solche deklariert. Geeier im rechtslinks Klischee darf er aber gern noch abtrainieren, mittlerweile ja auch mit einem klaren Votum des BPT121.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Allerallerbeste Freunde und gegenseitige Patenonkel unserer zukünftigen Kinder werden wir wohl nicht sofort, aber das bleibt kein Makel. Beiderseitiger Respekt und Lernkurven sind erstmal voll ausreichend für ein konstruktives Miteinander und ja, ich kann trotz genügend Platz für Kritik durchaus Danke sagen für den geleisteten Arschaufriss in einer Amtszeit, die er sich mit Sicherheit anders vorgestellt hat. Ich gönne ihm in jedem Fall, dass Platz zwei und die Vorstandserweiterung dafür sorgen, dass die Shitstormintensitäten und mediale Verheizung nun nachlassen und die zuletzt merkbare Dünnhäutigkeit wieder durch Gelassenheit ersetzt wird. Irgendwann trinken wir bestimmt auch mal gemeinsam ein Bierchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abschließend erwähne ich dennoch, dass ich mich insgeheim diebisch freue, wenn dieser doch noch sehr junge ehemalige &amp;#8220;Parteichef&amp;#8221; zwischendurch diskret Gefallen an durchaus progressiven Positionen findet, die ihm noch Monate zuvor in höchstem Maße fragwürdig vorkamen. Politische Willensbildung bleibt auch parteiintern (mich eingeschlossen) nicht aus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Alios&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich versuche ja eine Menge mitzubekommen bei den Piraten und doch flog Markus eine lange Zeit wirklich tief unter meinem Radar. Ich bekam häufiger Mal sehr kluge Replies auf Twitter und folgte doch sehr spät erst zurück, obwohl es sich wirklich lohnt. Er ist ein wirklich alter Hase, so alt, dass ich mir vorkomme wie ein junger Mitläufer. Und dabei bleibt er so herzlich aufgeräumt und gelassen. Da MUSS sich Ahnung und Kompetenz hinter verbergen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Interessanterweise konnte ich ihn sofort zuordnen, als er uns mal beim Hamburger Stammtisch besuchte und das Twitterbild (Avatar UND Gesamteindruck) wurde mehr als verstärkt. Es handelt sich wirklich um einen gelassenen Menschen, der ne Menge weiß, damit aber niemals kokettieren würde. Es gibt Menschen, die mit den meisten Menschen können, ohne dabei anbiedernd zu sein - mir scheint Alios gehört dazu. Nun muss ich ihn nur näher kennenlernen, um zu wissen was sich dahinter alles verbirgt. Münster scheint in jedem Fall ein Nest für Vorständler zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird spannend, wie Markus mit seiner durchaus exponierten Stellung im neuen Vorstand umgeht. Eine wahre Rampensau wird er kaum sein. Somit hoffe ich eher darauf, dass er deutsche Talkshows um einen bisher unbekannten Piraten-Charakter ergänzt und dem Publikum einen völlig neuen Eindruck vermittelt. Es wird beiden nicht gefallen, aber ich spüre typtechnisch doch eine Verwandschaft zwischen Andreas Baum und unserem zweiten Vizechef. Ruhige Hand und lässiges Understatement.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Schwänin (und die Bezeichnung nur um endlich mal etwas zu gendern)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Swanhild gehört zu den ersten zehn Piraten mit denen ich jemals gesprochen habe. Sie war es, die mich auf meinen ersten Stammtischen maximal irritierte. Sie stach auf den damaligen Stammtischen ähnlich heraus, wie Gerwald Brunner auf einer Jung-Unionisten-Party. In jedem Fall konterkarierte sie sämtliche meiner Nerdklischees und ich durfte schon mit in ihrem Smart fahren!!1&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hamburger Vorstände haben wilde chaotische Zeiten hinter sich. In einem der etwas unglücklicheren Zusammensetzungen, mit einem verschollenen Vorsitzenden und dem zugehörigen Chaos, war sie Schatzmeisterin. Ein echter Pluspunkt ihrerseits ist in jedem Fall, dass sie dieses Amt nicht politisch mißbraucht. Sie leistet ihre Arbeit mit Fokus auf die Amtsbeschreibung, nämlich schatzmeisternd und faktenbasiert und überlässt die Bühne politischen Wahnsinns dem Restvorstand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis auf einen winzigen Moment, den ich ihr damals durchaus übel nahm, bleibt mir wenig Platz für Kritik, insbesondere weil sie einen sehr ausgleichenden Deckel, ob mit oder ohne Amt bildete (und ich will extra kein Mütterchen-Bild bemühen). Das Amt des Schatzmeisters (ohne Ersatz) taugt durchaus Neuwahlen durch Rücktritt zu erzwingen. Das passierte damals leider unglücklich ohne zuvor gemeinsam eine Lösung zu suchen und steigerte die Unordnung im Hamburger Landesverband nur noch mehr. Die Wiederwahl war dadurch verwirkt, ABER mehr Schwamm drüber geht gar nicht - da dürfen sich fortan Archäologen mit beschäftigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es scheint, als ob ein wenig Rückhalt hinter ihrer Wahl steckt. Insofern freue ich mich, dass Swanhild ihre langjährig erworbenen Kenntnisse im neuen Vorstand einbringen kann und wird. Es wird dadurch zwar etwas unwahrscheinlicher, aber vielleicht schaut sie ja doch mal wieder öfter beim Hamburger Stammtisch vorbei.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Herren Schomacker und Ponader&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich äußere mich ja gern zu allem und jedem, aber in diesem Fall wäre jede Zeile nicht mehr als simulierte Einschätzung. Die beiden und ihr Wirken muss ich erst noch beobachten und mich mit ihnen austauschen bevor ich mir irgendein Urteil erlaube. Mein Bauchgefühl sagt mir, das ist kein Fehlgriff dabei, aber wir werden sehen&amp;#8230;und ganz sicher werde ich mich zu geeigneter Zeit noch mal ausführlicher zu beiden äußern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Tarzun&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch vor gar nicht allzu langer Zeit hätte ich Klaus als menschgewordenen Rant bezeichnet. Ein krawallgebürstetes Wortfeuerwerk mit &amp;#8220;gutmenschlichen&amp;#8221; Intentionen, welches nicht nur schöne Bilder an den Himmel zeichnete, sondern umso lauter rummste. Mir persönlich gefiel das eigentlich, ist meine Meinung der seinen nur selten unähnlich gewesen - mein Harmoniebedürfnis ließ mich aber öfter staunend und fasziniert zurück. Wortgewaltiges Powertrolling intellektuell-emotionaler Prägung war es&amp;#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;#8230;und wurde langfristig immer konstruktiver. Tarzun ist zu jung für Altersmilde, aber es ist so angenehm zu verfolgen, wie kohlenstoffliche Kontakte und Telefonate genug Druck vom Tank nehmen, dass die eigentliche Intention und der Wille zur Konstruktivität wirklich erkennbar wird. Er erscheint mir als Idealist ohne sich wirklich in Prinzipienreiterei zu verlieren, außer gegen menschenfeindliche Kackscheiße und dort genießt er meine Rückendeckung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seine Steckenpferde LQFB und innerparteiliche Transparenz sind so greifbar, dass er gleichzeitig meßbar und angreifbar ist, wenn sich dort nichts tut. Nicht nur deswegen wünsche ich mir, dass dort wenig Steine in den Weg gelegt werden. Obwohl Tarzun sicher nicht unumstritten ist, zeugt sein Wahlergebnis von ausreichend Rückenwind. Ich freue mich, schon mancher Balkonpöbler war ein echter Gewinn für Vorstände egal welcher Gliederung. Hoffentlich bleibt ihm genug Zeit für seinen Twitteraccount.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Kungler&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich verrate nichts Neues, wenn ich erwähne, dass ich nicht sein größter Fan und Fürsprecher bin. Er selbst kokettiert mit selbstzugeschriebenen Attributen wie Penetranz, Aktionismus, Omnipräsenz und zu großem Redefluss. Unsere Bewertung diesbezüglich scheint aber grundverschieden. Schon direkt nach Heidenheim fand meine damalige Telefonnummer in seinen Adressspeicher (und nein ich habe nicht deswegen eine neue Nummer). Die Intensität und minimale Zeiteinheit in der man auf allen Kanälen von ihm, auch wegen Banalitäten beschallt wurde zwang mich zum Schutzreflex des Ignorierens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Macht rein gar nichts. Wir müssen nicht heiraten und unter 30.000 Piraten gibt es genug Platz für uns beide. Warum ich allerdings erstmals unter Namensnennung gegen ein exponiertes Amt für eine einzelne Person agitierte, möchte ich (auch ihm) erklären. Ich verlange von einem Vorstandsmitglied Fingerspitzengefühl und Selbstreflektion, auch wenn das minimale Zeitverzögerung zur Folge hat. Einmal nachdenken (vielleicht ein zweites Mal), bevor man ans Mikro schreitet, ein Interview befüllt, andere kritisiert etc. hilft! IMMER! Bei allem Respekt wären meine Bauchschmerzen unendlich gewesen, Matthias auf den vordersten Plätzen im Vorstand zu sehen. Ich möchte mich nicht für Aussagen rechtfertigen hinter denen ich nicht stehe - schon gar nicht vor Menschen, die mir wirklich wichtig sind. Das FDP-Uboot ist zwar bloß ein Scherz am Rande, die Unmöglichmachung dieses Scherzes aber liegt in des Kunglers Händen. Seine Ziele, insbesondere wirtschaftlich, teile ich nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ja, dieser kleine Part ist nun ein Rant, aber vielleicht auch notwendige Erklärung. Ich mag die Charaktereigenschaften &amp;#8220;Selbstbeweihräucherung, Kompetenzsimulation und Schaumschlägerei&amp;#8221; nicht und genau dieses Bild wurde mir immer wieder und zu jeder Gelegenheit vermittelt. Umso erschreckender finde ich Aussagen anderer Piraten á la &amp;#8220;Naja, immerhin einer, der Ahnung von Wirtschaft hat&amp;#8221; oder &amp;#8220;immerhin macht er ne Menge&amp;#8221;. Ja Fleiß ist wichtig, aber dafür braucht es noch kein Vorstandsamt. Nein, stete Wiederholung der eigenen Kompetenz macht noch keinen Experten. Seine Thesen konnten mich bisher nicht überzeugen und haben höchstens den Beigeschmack von billigem Populismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich wünsche Matthias nichts Schlechtes, gönne ihm sogar, dass er am Votum wächst und selbstreflektiv eine Kurskorrektur seines Weltbildes vornehmen kann. Darüber hinaus - und dafür ist viel weniger Hirnleistung nötig - widerfahre ihm bitte die Erholsamkeit, wenn man mal einen Gang zurückschaltet und Aktionismus schrittweise durch Besonnenheit ersetzt. Gleichzeitig die Penetranz auf ein Maß der Erträglichkeit zurückstutzt und Bingo, auch wir beide können mal gemeinsam unter vier Augen nen Käffchen trinken&amp;#8230;dann liefere ich womöglich sogar eine aufrichtige Entschuldigung nach. Denn nichts liegt mir ferner, als MENSCHEN willfährig ans Bein zu pinkeln. Daher schließe ich diesen Part mit einem ernstgemeinten Danke für den durchaus wahrgenommenen Arschaufriss und erwähne nicht nochmal, dass es derselbe Arsch ist, der Erschaffenes wieder einreisst ;) PS.: Ich finde es aufrichtiger, offen und nicht hinterm Rücken zu meckern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Schramm&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wo wir grad beim &amp;#8220;ans Bein pinkeln&amp;#8221; waren, verdient genau dieses Amt genau diese Zwischenüberschrift. Wie oft musste ich immer wieder ein verächtliches &amp;#8220;die Schramm&amp;#8221; und Schlimmeres lesen? Zu oft. Ja, Laprintemps polarisiert und befindet sich auch mental im steten Wandel. Das bietet eine große Angriffsfläche, insbesondere wenn man frech genug ist trotz erwartbarer Shitstorms auch öffentlich Stellung zu beziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An manchen Tagen konnte ich nur Ekel empfinden. Die Äußerungen einzelner Piraten und anderer &amp;#8220;Engagierter&amp;#8221; waren so krass selbstentlarvend, wie gleichzeitig Ausdruck eines kanalisierten Selbsthasses. Erschreckend, mit welcher Dynamik inner- wie außerparteilich alles miteinander verknüpft und kombiniert wurde. Julia die Inkarnation des Bösen und der Definition eines jeden opportunistischen Selbstzwecks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich bilde mir mein Bild zu ihrer Person immer neu, sie macht es auch nicht wirklich leicht, dass ich die Schublade endlich beschriften kann und manchmal, wenn ich bei der Lektüre ihrer Blogposts entnervt den Duden in die Ecke werfe, weil mir mangels Klartextdichte die Kernaussage entgeht&amp;#8230;da will ich sie schütteln. ABER ich kenne sie auch als überentspanntes Mädel, die mit angheitert rauchiger Stimme um die dritte Zigarette bettelt. Und genau in diesem Moment, kann man sich ganz &amp;#8220;normal&amp;#8221; mit ihr unterhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich bezeichne Julia mal frech als hausgemachtes Experiment: Wissenszuwachs und Fallstudie im Selbstversuch, Zielsetzung unklar. Sie will wissen, was, wie und warum passiert und verbrennt sich immer mal wieder die Finger. Das finde ich gar nicht mal so unsympathisch, aber hinterlässt offensichtlich an einigen Stellen verbrannten Boden. Es ist erstaunlich wieviele Attributszuschreibungen unterschiedlichster Richtungen es zu ihr gibt. Ich will keine davon ungesehen glauben, sondern hoffe auf das Beste. In jedem Fall scheint sicher: Wir werden alles mitbekommen. Ich persönlich denke, es wird noch genug Freiraum für direkten Austausch und weiteres Kennenlernen, über Twitter hinaus, geben und unterm Strich bleibt Optimismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Faktisch kann man davon ausgehen, dass Julia medial genötigt wird in Marinas Fußstapfen zu treten und &amp;#8220;die schöne Piratin&amp;#8221; mit Köpfchen zu geben. Möge sie dabei weder sich noch ihre Finger verbrennen. Dieser Medienhype ist nicht zwingend tauglich einen Charakter zu pflegen&amp;#8230;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Abschließend möchte ich dem gesamten Vorstand zur Wahl gratulieren und insbesondere dort wo ich Kritik streute um Nachsicht bitten. Und der Partei danke ich für einen wirklich geilen Bundesparteitag, ich bin wieder ein Stück lieber Pirat&amp;#8230;Grund genug diesen wohl allerallerlängsten Post geschrieben zu haben. Vielleicht liest ihn ja wenigstens einer bis zum Schluss.&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/22192136042</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/22192136042</guid><pubDate>Tue, 01 May 2012 16:06:34 +0200</pubDate><category>Piraten</category><category>Piratenpartei</category><category>bundesvorstand</category></item><item><title>We come in Peace but we fight for our rights  </title><description>&lt;p&gt;&lt;p class="p1"&gt;In Anbetracht der - bisher zu seltenen - &lt;a href="http://www.fair-sprechen.com/2012/04/01/danke-piraten/"&gt;Steilvorlage seitens Nina Galla&lt;/a&gt; (GAL), nutze ich ein paar Minuten für einen diskret fraternisierenden Blick über den Tellerrand.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Ich bin überzeugter Pirat. Und ehemaliger rot-grün Wähler (hab sogar einmal bei der Linken gekreuzt). Und ich finde nicht, dass sich das ausschließt, wenn man im Herzen zum Teil Sozialdemokrat geblieben ist und nicht wenige grüne Ideale teilt (was Bürgerrechte und das Grundgesetz angeht bin ich fast schon konservativ). Derzeit werden landauf, landab in allen Artikeln und Talkshows verstaubte demokratische Routinen analysiert und begafft wie Dinosaurier in Jurassic Park. Es hagelt Vorwürfe zu Hierarchien und Machtgeklüngel und die Reduktion auf parlamentarische Zwänge und fehlende Transparenz. Auch bei uns Piraten bewegen sich naturgegeben noch viele zwischen Selbstverliebtheit und Hoffnung auf Idealismus in Ewigkeit, Amen. Digitale Arroganz, Ablehnung und shitstormendes Gegnerdenken runden die Außenwirkung ab. Das finde ich schade, weil wir so die Augen vor den Diplomaten, Neugierigen und progressiven Kräften in anderen Parteien (und die gibt es) verschließen. Ich freue mich riesig, dass es die anderen (die meisten) Parteien gibt:&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Parteienvielfalt zwingt uns, zwischendurch wieder Realitätsabgleiche und pragmatische Demokratie zu erahnen und zu evaluieren, wie sich Realpolitik mit Prinzipientreue vereinen lässt (es geht).&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Der außerparlamentarische (bzw frischparlamentarische) Alltag lässt uns noch allzu oft vergessen, dass wir uns nicht bloß um uns selber drehen sollten. Der Idealismus und die Weltrettungsphilosophie darf nicht zum reinen Selbstzweck verkommen. WIR WOLLEN UND MÜSSEN KOPIERT WERDEN. Wir brauchen Partner, Freunde, Kollaborateure in den anderen Parteien, um die Demokratie zurück nach vorn zu bringen. Allein sind wir zu schwach wirklich zu gestalten und verbleiben der viel zu oft zitierte Stachel im Sitzfleisch der Etablierten - wie eitrig so ein Stachel langsam verwest zeigt die Biologie.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Wir sind jung und frisch und unser beherztes Laientum gönnt uns und der politischen Welt einige neue und spannende Perspektiven. Doch wollen und müssen wir in die Parlamente. Das bedeutet nicht, sich parlamentarischem oder Fraktionszwang unterzuordnen (ich persönlich hoffe, das reißt bei uns niemals ein), sondern neben flüßiger Demokratie auch flüßige &amp;#8220;Koalitionen&amp;#8221; vorleben. Wir sollten - aus Prinzip - bei guten und unterstützenswerten Vorstößen unsere Zustimmung rechtzeitig deutlich machen und diese auch bei Wahlen mittragen. Beweisen, dass es uns um die Sache und nicht um politische Gegnerschaft geht.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Es gibt genug Politiker und Parteiströmungen da draußen, die uns durchaus wohlwollend betrachten und neugierig auf unser - ihnen so fremdes - Vorgehen sind. Partizipation, Transparenz und Liquid Democracy können wir nur bzw umso schneller umsetzen, je mehr Menschen und Politiker anderer Parteien wir dafür begeistern (btw auch eine Form politischer Meinungsbildung). &lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Umgekehrt gibt es auch Einiges, was wir Frischlinge zu lernen haben und nach erster Tuchfühlung auch von &amp;#8220;den Großen&amp;#8221; vermittelt bekommen. Realpolitik ist eben mit haufenweise Bürokratie, Verpflichtungen und Gesetzmäßigkeiten verbunden, die sich nicht ad hoc erschließen.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Sharing is Caring ist mehr als eine Floskel und im Zusammenspielt mit Gegenseitigkeit profitiert die Gesellschaft ebenso wie der Politapparat. Wir werden das Rad ebensowenig neuerfinden, wie die Revolution ausfällt und das ist auch gut so. Ich präferiere Evolution, Competition der besten Ideen und etliche unserer Themen, die endlich auf die Agenda gehoben und diskutiert werden - jetzt schon.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Wenn wir Gemeinschaft, Vernetzung, Partizipation und Chancengleichheit wünschen, dürfen wir keine künstlichen Barrieren schaffen. Vielmehr benötigen wir Schnittstellen zu den &amp;#8220;Piraten anderer Parteien, die es nur noch nicht wissen&amp;#8221;. Ich möchte nicht, dass wir uns einlullen lassen oder billige Zugeständnisse als epischen Erfolg zelebrieren - unsere Ziele haben Bestand.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Aber in einigen Fällen stünde uns etwas weniger Verächtlichkeit und Kampfbereitschaft gut zu Gesicht - insbesondere dann, wenn vorhandene Nähe und/oder Zielähnlichkeit vorliegen. Dann hilft konstruktiver Dialog und Konsensfindung viel mehr, als verschwendete Kräfte. Die brauchen wir nämlich noch für die wirklichen Endgegner.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Fraternisierung ist keine Selbstaufgabe, zumal wenn sie partiell und im Überschneidungsbereich gelebt wird.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;PS.: Ich persönlich empfinde hysterische Piratenabwehrhandlungen - gerade die wortgewaltigen und impulsiven - als größtmögliche Adelung. Wir sind wer, wir sind angekommen, wir verändern und das schürt zunächst Befremden bis Angst. Es liegt nun an uns, was wir daraus machen. Reichen wir die Hand, denen die bereit sind sie zu geben nicht zur Faust ballen.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;PPS.: Mir ist bewusst und ich sehe es mit Freude, dass die meisten gewählten Abgeordneten der Piratenpartei ganz selbstverständlich so handeln und ohne Scheuklappen, um die Sache und nicht gegen Parteien kämpfen.&lt;/p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/20344305494</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/20344305494</guid><pubDate>Mon, 02 Apr 2012 13:14:13 +0200</pubDate><category>piraten</category><category>Piratenpartei</category></item><item><title>Es gibt kein Vollprogramm</title><description>&lt;p&gt;&lt;p class="p1"&gt;Den Piraten wird just eine mediale Aufmerksamkeit zu Teil, die noch vor Monaten unwirklich erschien, wie eine Krankenversicherung in den USA. Jedes erdenkliche Talkshow- und Artikelthema wird nun mit einem in maritimen Floskeln vorgestellten Gast aus der &amp;#8220;Parteiprominenz&amp;#8221; dekoriert. Zielsetzungen reichen von Entzauberung über provoziertes Entsetzen bis hin zum &amp;#8220;aus der Reserve&amp;#8221; locken. Und immer wieder haben wir noch kein Programm - oder differenzierter &amp;#8220;noch kein Vollprogramm&amp;#8221;.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Nun verbrachte ich meine letzten Jahrzehnte in einem Deutschland geprägt von parteipolitischen Lösungen mit einer Haltbarkeit von Rohei und ständiger Flickschusterei. Insofern trifft mich dieser Vorwurf in dem Maße, wie er am Ziel vorbei schießt. Die Piratenpartei maßt sich nicht an einen Lösungskatalog für sämtliche generellen und tagesaktuellen Herausforderungen vorzulegen. Sie schraubt mehr oder minder erfolgreich an einem Gesamtkunstwerk, welches zukünftige Politik neu abbildet. &lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Die Markenkerne &lt;strong&gt;Transparenz, Partizipation, Bürgerrechte, Chancengleichheit und Bildung&lt;/strong&gt; sind logische Schlussfolgerung aus den Anfängen als &lt;strong&gt;netzpolitische Pioniere&lt;/strong&gt;. Die vorhandenen technischen und kommunikativen Möglichkeiten bei zu vermittelnder Medienkompetenz sehen wir eindeutig als Chance und nicht als Gefahrenhort. Politik und demokratische Prozesse werden neu definiert, finden aber schlussendlich zurück zu ihrem Wortsinne. Der Mensch und sein Plural - die Gesellschaft - stehen im Mittelpunkt der Entscheidungen. &lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;&lt;strong&gt;Es gibt kein Vollprogramm - wahrscheinlich niemals - es gibt den Generalschlüssel.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Führt man sich vor Augen, dass weder der &amp;#8220;kleine Mann&amp;#8221; noch eine außerparlamentarische Partei (und auch innerhalb der Parlamente gibt es einige Hürden, Barrieren und Abstriche) noch keinen Zugriff auf notwendige Daten, Fachleute und Prozesse haben, ist es nur zu natürlich, dass Meinungen, Lösungen und Stellungnahmen ausbleiben. DAS gilt es dauerhaft zu verändern. Hin zu einem jeder kann und darf wenn er will: &lt;strong&gt;MITGESTALTEN.&lt;/strong&gt; Das Potential ist riesig, verpufft aber in Hinterzimmern und bei ausbleibenden Fehleranalysen. &lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Der zwangsläufige Nebenaspekt &lt;strong&gt;&amp;#8220;Trial and Error&amp;#8221;&lt;/strong&gt; einer &lt;strong&gt;Demokratie2.0&lt;/strong&gt; ist durchaus gewünscht. Er fördert die Reaktionsgeschwindigkeit, Mut zur Lücke, Innovation und viel bezeichnender: er orientiert sich an der Grundlage unserer Welt, der &lt;strong&gt;Evolution&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/20222978404</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/20222978404</guid><pubDate>Sat, 31 Mar 2012 15:35:46 +0200</pubDate><category>Piraten</category><category>Piratenpartei</category></item><item><title>¿What goes up - must come down?</title><description>&lt;p&gt;&lt;p class="p1"&gt;Als lustigtuffige Ansammlung von Menschen, die antreten die Welt zu retten und dabei untereinander und mit ihren Wählern und Nichtwählern auf Augenhöhe zu kommunizieren, kommen die Piraten nicht umhin minimale Hierarchien zu erfüllen. Nicht nur das Parteigesetz, auch Organisationsstrukturen erlegen Verantwortlichkeiten auf und zwingen zur Benennung von Ansprechpartnern. &lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Die zunehmende Untergliederung und zugehörigen Vorstände und auch erarbeitete Reputationen sorgen natürlicherweise für hierarchische Einfärbungen. Im Idealfall lebt man diese &amp;#8220;Sonderrollen&amp;#8221; nicht aus, sondern akzeptiert diese Spielregeln ohne Eitelkeiten und Selbstgefälligkeit.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Doch Zeit heilt nicht nur Wunden, sie sorgt auch für sich entwickelnde Routinen, Trott und fundamentierte Rollenverteilungen, wenn Wechsel und Rotation eher eine Ausnahmeerscheinung darstellen. Als Amtsinhaber oder langfristig Verantwortlicher genießt man eine privilegierte Außen- und Innenwirkung. Wie sehr man sich in seinem Amt verwurzeln kann, sieht man allzu deutlich in der hiesigen Parteienlandschaft. Führungspersonal durchläuft zunächst eine Ochsentour und Aufstiege sind meist nur Begleiterscheinung von Skandalen, Mißerfolgen oder altersbedingtem Ausscheiden der Vorgänger. Selbst die Grünen, als selbstgefühlte frische Kraft, erinnert sich kaum an die Zeit vor ihrem Führungsquartett, noch gibt es mentalen Spielraum für einen Personalwechsel.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Ich halte nicht viel von Stagnation. Selbstverständlichkeiten und Gewohnheiten machen träge und führen zu Betriebsblindheit, zudem reduziert sich der innerparteiliche Fokus und die mediale Aufmerksamkeit viel zu schnell auf ein paar wenige Personalien. Diese prägen (selbst ungewollt) die Partei über Gebühr, während parallel die Chance verpasst wird &amp;#8220;Nachwuchs&amp;#8221; fitzumachen für &amp;#8220;höhere&amp;#8221; Aufgaben. Wir werden in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren nicht umhin kommen &amp;#8220;viele, viele&amp;#8221; Piraten zu haben, die selbstsicher und kommunikationsstark unsere Ziele nach außen tragen und eine große Last Verantwortung und Shitstormresistenz tragen. Fehlendes Training und mangelnde Routine lassen einen Neubewerber - egal wie prädestiniert - immer blasser aussehen, als eingesessene Konkurrenz. Deren Popularität, ihr gewachsenes Netzwerk und erlebte Erfahrung sind schwer aufzuholen.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Auch aus diesem Grund bin ich - wider dem Kontinuitätsargument - weiterhin für jährlich stattfindende Vorstandswahlen. Doch wie oben umrissen, bleibt die Chancengleichheit eher Folklore (oder benötigt einen Putsch). Ich habe hierzu nur lose Gedanken und kein Patenrezept und vielleicht überzeugt mich auch jemand, dass Kontinuität und Routine viel besser sind, als Nachwuchsförderung und rotierende &amp;#8220;Spitzen&amp;#8221; (aber dann hätte es auch keine neue Partei gebraucht und wir hätten die bestehenden Parteien reformiert).&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Zumindest habe ich schonmal angedacht, ob es eine maximale Wiederwählbarkeit oder Gesamt-Amtszeit geben sollte. Vielleicht würde auch ein Pflichtkarenzjahr nach X Jahren Vorstandsarbeit für einen erfirschenden Bruch (UND Rgeneration) sorgen. Doch wo zieht man die Grenze? Ist der Step Beisitzer zu Schatzmeister zu Vorsitz schon zuviel Etablierung oder sind die thematischen Brüche ausreichend und derjenige kann die nächsten fünfzig Jahre durch die Ämter hüpfen? Sind Sprünge zwischen zwei Ebenen oder Untergliederungen ausreichend oder nur ein taktischer Behelf? Bestrafen wir hochaktive Piraten durch Karenzen oder bieten wir ihnen die Chance zur Regeneration und Perspektiverweiterung, die sie sich sonst nicht trauen würden?&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Macht korrumpiert und Politik formt einen Menschen oft mehr als umgekehrt. Wollen wir das? Wollen wir Politik zum alleinigen Lebensinhalt einiger weniger machen oder trauen wir uns eine echte Evolution zu? Fachkompetenz und &amp;#8220;Laienpolitik&amp;#8221; im steten Wechsel und als ein Farbtupfer in der Vita - auch um die Bodenhaftung und den Bezug zur Realität nicht zu verlieren.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Ich weiß es nicht wirklich, aber mein Bauchgefühl sagt mir: Wir sind umso eher etabliert und leider angekommen im klassischen Politzirkus, je weniger wir solche Prinzipien nicht bewusst hinterfragen. Noch vor ein zwei Jahren konnte es &amp;#8220;Blitzkarrieren&amp;#8221; nach kurzer Mitgliedschaft geben - mit Fails, aber auch mit Glückstreffern. Heute schon, wären solche Stunts undenkbar. Werden wir einfach nur erwachsen oder sind wir schon zu bieder und in fünf Jahren kommen die nächsten Freaks und treten uns in den Hintern, weil wir eben nur eine kleine Epoche mit Zeitgeist befüllten? &lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;TELL ME!&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;PS.: Nein, ich ziele hiermit auf keine Einzelpersonen und meine Unzufriedenheit mit ihnen ab. Es geht mir um ein generelles Prinzip.&lt;/p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/20008902635</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/20008902635</guid><pubDate>Tue, 27 Mar 2012 16:38:41 +0200</pubDate><category>piraten</category><category>Piratenpartei</category></item><item><title>Die FDP - kein Witz.</title><description>&lt;p&gt;&lt;p class="p1"&gt;Die Kombination aus meiner Erziehung und meiner Sozialisation haben mir moralische Grundwerte vermittelt. Es ziemt sich nicht Schwächen anderer auszunutzen oder Schwache zu verhöhnen, verletzen und auf sie herabzuschauen. Vielmehr ist es tugendhaft Solidarität und Mitgefühl zu üben und auch vermeintlich selbstverschuldeten Abstiegen nicht mit Genugtuung zu begegnen. &lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Insofern ignoriere ich den Anflug von Freude über Opfergaben des freien politischen Marktes auch wenn sie aktuell in Form der Freien Demokratischen Partei (kurz FDP) daher kommen. Es ist der Zeitpunkt erreicht, zu dem die Realität genug Schmerzen bereitet - nicht mir, sondern der genannten Partei.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Von Zynismus befreit formuliere ich diesen Wunsch. Die FDP möge nicht implodieren und vom Erdboden verschwinden. Sie war und ist eine Partei die das politische Spektrum unserer Demokratie erweitert(e), mit verschiedenen Intensitäten historischer Bedeutung und einigen charakterstarken Polit-Charakteren. Möge dieser aktuelle radikale Absturz auch der Selbstreflektion und Rückbesinnung bzw Neudefinition auf liberale WIE AUCH soziale Werte und Tugenden dienen. Offensichtlich entsprechen neoliberale Markthörigkeit und fehlende Aufmerksamkeit für den Menschen an sich nicht mehr dem aktuellen Zeitgeist und Ansprüchen einer immer emanzipierteren Gesellschaft. Fände die FDP zurück zu einem Liberalismus, der die gesamte Gesellschaft und nicht bloß Monetäres in den Vordergrund stellt, wäre die deutsche Demokratie um einen politischen Mitbewerber reicher.&lt;/p&gt;

&lt;p class="p1"&gt;Ich verkneife mir nun - auch wenn es Rückfälle geben wird - Zoten und Kalauer gegenüber der FDP - uch weil sie die Pointen zur Zeit allzu mundgerecht selbst serviert.&lt;/p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/19945250504</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/19945250504</guid><pubDate>Mon, 26 Mar 2012 09:04:48 +0200</pubDate></item><item><title>Wahlen nach Zahlen</title><description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;tl;dr Landeslistenkür bei Bewerberflut effizient gestalten. Die Besten, der Besten, der Besten und wie? (siehe bold Block unten)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sarrazin hatte (mal wieder) unrecht. Deutschland schafft sich nicht ab, Deutschland probiert sich aus. Vor allem politisch werden sich nochmal die Hörner abgestoßen. Während einerseits Piraten mit eigenem Balken glänzen, werden parallel Bürgermeister abgewählt, Bundespräsidenten können ihren Hut nehmen, Doktoren in Amt und Würden verlieren Titel und den Rest und drumherum ist von Sahnehäubchen bis Baisée alles in der demokratischen Auslage. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Saarland spielt Jamaica, NRW hoffte auf die Funktionalität einer Minderheitenregierung und beide Bundesländer haben die Rechnung ohne die Merkfreidemokraten und ihren gelebten Masochismus gemacht. Freizeit hat, wer kein Pirat ist. Denn wieder einmal zwingt etabliertes Chaos und vorgezogene Neuwahl zu Höchstleistung in knappen Zeitfenstern. Die Piratenpartei freut sich, vor dem Einzug in den Bundestag doch noch ein paar letzte Male in den Genuss von ihrem Hobby zu kommen - dem Sammeln von Unterstützungsunterschriften. Soweit, so Jippih.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mittlerweile integriert die Piratenpartei (interne Experten streiten sich über die numerische Korrektheit) die vierte oder fünfte Generation an Neulingen, die sich anlassbezogen und schubweise auf die Mitgliedsanträge stürzen. Schon bald gibt es deutschlandweit über 30.000 Piraten, ein großer Anteil davon mit Wohnsitz in Nordrhein Westfalen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Landesverband NRW erlebt gerade einen ähnlichen Neumitgliederansturm, wie zuletzt nach dem epischen Berliner Wahlerfolg, nur eben VOR der Wahl. In wenigen Tagen steht die Kandidatenkür an und schon jetzt tummeln sich weit über 100 Bewerber im Piraten-Wiki. Altgediente und üblich Verdächtige ebenso, wie Fünfminuten-Mitglieder, Parteiwechsler und Menschen, deren Selbstreflektion sehr mattiert scheint. Die Piraten wünschen gelebte, flüssige und echte Demokratie mit flacher Hierarchie und ohne Ränkespielchen, die man bei den anderen Parteien bemängelt. Somit kann, darf und soll jeder Mensch sich berufen fühlen, die Piratenidee mit und ohne Amt voranzutreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;ABER DIE EFFIZIENZ UND DIE ZIELFÜHRUNG&amp;#8230; Ich schrub &lt;a href="http://claudiusholler.tumblr.com/post/16991140785/schluss-mit-lustig" title="Schluss mit lustig"&gt;an anderer Stelle schon&lt;/a&gt;, warum ich für Personenwahlen klare und altgediente Wahlsysteme begrüße (ein Kreuz pro Posten, im Zweifel mehrere Wahlgänge und jeder Posten wird einzeln gewählt). Ebenso überlegte ich, &lt;a href="http://claudiusholler.tumblr.com/post/17653154738/kandidatenwatch" title="Kandidatenwatch"&gt;wie Bewerber vorab ihre Reputation und Legitimation für ihre Absicht unterstreichen können&lt;/a&gt; und aussichtslose Kandidaten eben diesen Fakt selbst (oder die anwesenden, stimmberechtigten Piraten) bemerken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun aber drängt die Zeit und Satzungen wollen reiflich überlegt verändert werden. Es gilt den Kandidaten-LPT unanfechtbar und ohne Zeitüberschreitung mit einer prächtigen Landesliste zu krönen. Einzig der Landesparteitag selbst hat so kurzfristig die Möglichkeit lenkend einzugreifen, damit dies Unterfangen nicht völlig aus dem Ruder gerät. Episches Kandidatengrillen, fällt bei der Anzahl an Bewerbern flach und schon manche im Sack gekaufte Lolcat erwies sich nach ihrer Wahl als Werwolf oder Schlimmeres. Was tun?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ick bin een Hamburger Jung, insofern ist meine bescheidene Meinung tendenziell belanglos. Trotzdem fröne ich meinem Mitteilungsbedürfnis und verweise auf unsere Erfahrungen im HHer LV in ähnlich hektischen Umständen. Der Beschleunigung zuliebe entschieden wir uns für zwei Maßnahmen, von denen eine sinnvoll ist und die andere zwar glimpflich ausging, aber sehr anfällig für Manipulationen ist. Ganz kurz und knapp:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Alle Bewerber, die Interesse an einem aussichtsreichen Platz (in unserem Fall einigten wir uns auf die Plätze 1. - 8.) haben, stellen sich kurz vor. Anschließend stehen all deren Namen auf einem Zettel und jeder stimmberechtigte Pirat durfte maximal soviele Kreuze, wie Bewerber machen. Das Kreuz für einen Kandidaten bedeutete lediglich, dass man kein Problem damit hätte, wenn derjenige antritt. Alle die über 50% Zustimmung erzielten und hiervon die bestplatzierten acht landeten im Pool und konnten sich hiernach ausführlicher vorstellen und befragt werden.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2. Der eigentliche Wahlgang sah die Sortierung dieser Kandidaten von 1. - 8. vor. Jeder Stimmberechtigte vergab jede der acht Zahlen auf alle acht Kandidaten. Mit dem Nebeneffekt, dass nur wenige (abgesprochene) achte Plätze einen eigentlich sehr aussichtsreichen und gewollten Kandidaten spürbar nach hinten drücken können. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Statt dem System aus 2. empfehle ich erneut &lt;a href="http://claudiusholler.tumblr.com/post/16991140785/schluss-mit-lustig" title="Wahlsystem"&gt;das simple und vertraute Vorgehen im vorigen Link&lt;/a&gt;. Nacheinander werden die Plätze vom bestplatzierten herunter gewählt (in NRW werden es wohl 20 aussichtsreiche Plätze sein, auf die man sich einigen könnte), jeweils die Interessenten für diese Plätze gehen in diese Runde. Wohlwissend, wie ihre vorige Zustimmung aussah, darf an eine realistische Einschätzung ihrer selbst appeliert werden, nicht für Platz eins zu kandidieren, wenn sie nur knapp im Pool landeten. Am Anfang noch werden Stichwahlen die Regel sein, wobei auch hier realistisch widergespiegelt wird, wie die jeweiligen Chancen für hohe Plätze aussehen. Je mehr Disziplin der LPT mitbringt, desto eher kann er eben diese von den Bewerbern auch einfordern und auf eine realitätsgeschuldete Verschlankung der Bewerberschar pochen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Kniff wäre wahrscheinlich auch die aussichtsreichen Plätze in drei Blöcke zu splitten und die in 1. erwähnte Poolbildung zunächst nur für die ersten acht Plätze - dann einzelne Wahlgänge für Platz eins bis acht - dann wieder Poolbildung nächste acht Plätze etc. durchzuführen. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles für den Dackel, alles für NRW - ihr schafft das schon, auch ohne meinen Klugschiss. &lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/19481696517</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/19481696517</guid><pubDate>Sun, 18 Mar 2012 01:19:09 +0100</pubDate><category>Piraten</category><category>Piratenpartei</category><category>nrw</category></item><item><title>Sehr verehrte Claudia Roth</title><description>&lt;p&gt;&lt;div&gt;Sie äußern sich anläßlich der Neuwahl in NRW in einem Interview mit der Welt ( &lt;a href="http://goo.gl/FYbkZ"&gt;http://goo.gl/FYbkZ&lt;/a&gt; ) und gehen hierbei näher auf die Piraten ein. Näher im Sinne von &amp;#8220;Hiermit belege und untermauere ich meine fehlende Kenntnis des Mitbewerbers, durch irrationale Überhöhung des grünen Status quo&amp;#8221; - man könnte auch ängstlicher Beißreflex dazu sagen: &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&amp;#8220;Grundsätzlich gilt, dass wir die Piraten nicht als die Internet-Partei verstehen dürfen, vor deren angeblicher Netzkompetenz wir Angst haben müssten. Die Netzpolitik der Grünen ist viel weiter, viel differenzierter und problembewusster als die der Piraten.&amp;#8221;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der erste Halbsatz lässt kurz hoffen, auch Sie Claudia Roth sind zu (selbst-)kritischer Beobachtung fähig. Immerhin versteht man die Piraten tatsächlich falsch, wenn man sie als *die* Internet-Partei sieht. Dieser etwas enge Fokus, der der Piratenpartei früher vorgeworfen wurde, war nie komplett richtig, heutzutage aber umso weniger.&lt;br/&gt;Mutig gehen Sie aber gleich drei Schritte weiter, sprechen von *angeblicher Netzkompetenz*, weit hinter der der Grünen liegend, weniger differenziert und ohne Problembewusstsein noch dazu. Aha, welch steile These, die ich mit einem Roman widerlegen könnte, doch fehlt mir dazu der begleitende Kasten Bier. &lt;br/&gt;Ich reduziere meinen Widerspruch einfach auf ähnlich glaubwürdige Art: die Umweltpolitik der Piraten ist viel weiter, viel differenzierter und (ich setze noch einen drauf) realitätsgerechter als die der Grünen UND (ich erhöhe) die Piraten haben bisher noch kein Wahlversprechen gebrochen (schönen Gruß nach Moorburg und alle &amp;#8220;parlamentarischen Zwänge&amp;#8221; da draußen).&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&amp;#8220;Im Übrigen muss es uns um zweierlei gehen. Erstens müssen wir genauer hinter die Fassade der Piraten gucken und kritisch fragen, was die denn eigentlich an politischen Lösungen für das hoch verschuldete Nordrhein-Westfalen und dessen schwierigen Strukturwandel anzubieten haben.&amp;#8221;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Frau Roth, welche Fassade? Bei allem Chaos, Streit und fehlender Erfahrung seitens der Piraten - Fassaden gibt es nicht. Alles - wirklich jeder noch so unwichtige Furz - wabert durch sämtliche Kanäle, egal wie schmerzbefreit das wirken mag. Schauen Sie gern nach den politischen Lösungen des Mitbewerbers. Sie dürfen diese sogar 1:1 übernehmen, remixen, verändern. Das gehört zum Konzept. Und wahrscheinlich haben die Piraten tatsächlich kein allumfassendes Zauberheilmittel für das *hochverschuldete* Bundesland und den zugehörigen Strukturwandel. Das wird eine überparteiliche Herausforderung, die ohne politische Eitelkeiten gestemmt werden muss.&lt;br/&gt;Ansonsten hätten die NRW-Grünen in 12 der letzten 17 Jahre alle Gelegenheit gehabt, *aus der Regierungsverantwortung heraus* zu belegen, wieviel Kompetenz und Fähigkeit sie mitbringen, um den Problemen NRWs gerecht zu werden. Das klappte  offensichtlich weniger gut, als die jetzige Überheblichkeit vermuten lässt. Statt Rumgehacke auf einem frischen Mitbewerber stünde einer Spitzengrünen ein wenig mehr selbstreflektive Demut besser zu Gesicht.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&amp;#8220;Zum andern muss uns bewusst sein, dass die Piraten eine legitime Erwartung an Politik befriedigen. Dass nämlich die politische Klasse nicht als allwissend, etabliert und abgehoben erscheinen darf, sondern dass man den Mut haben muss, kühne Fragen zu stellen, ohne sofort die Antwort zu wissen. Dazu gehört, dass eine Partei neue Formen der Basisdemokratie entwickeln muss und eine frische Anmutung benötigt.&amp;#8221;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nur zu Frau Roth, nichts ist unmöglich, die Zeit ist reif, es muss ein Ruck durch die Parteien gehen &amp;#8230; um ihre Sprechblase ein wenig abzurunden. Die Piraten haben alleine deswegen schon ihre Existenzberechtigung, weil die bestehenden Parteien - vorne mit dabei, die ehemals progressiven grünen Frischlinge - verschlafenderweise versäumt haben die gewachsenen Ansprüche einer sich emanzipierenden Bevölkerung auch nur im Ansatz zu befriedigen.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&amp;#8220;Auch in diesen Punkten stehen wir Grünen im Vergleich mit den Piraten gut da, aber wir müssen darauf achten, unsere Stärken auf diesem Gebiet noch auszubauen. Dazu gehört übrigens die Frauenquote, von der bei den Piraten überhaupt keine Spur ist.&amp;#8221;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dieses NEIN schreibe ich in Großbuchstaben, weil die Grünen mit Sicherheit in einigen Punkten besser dastehen, als die Piraten, aber ganz gewiss nicht im Tanzbereich &amp;#8220;Basisdemokratie&amp;#8221;. Dieses vormalige Element grünen Anspruches, kam (technisch bedungen) nie wirklich zum tragen. Vielmehr wurden die verbleibenden Versatzstücke zu einem Alibi-Podium gestapelt. Die Verkettungen von Intrigen und verstolperten Versuche politisch korrekten Machiavellismus auf jeder noch so unwichtigen Führungsebene stehen denen der altgedienten Parteien in Nichts nach.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Über Ihr abschließendes behelfsweise hervorbemühtes Totschlagargument &amp;#8220;Frauenquote&amp;#8221; können wir gern an anderer Stelle lebhaft diskutieren. Aber ich ahne schon, dass Ihnen zuvor noch parteiinterne Korrekturschleifen drohen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben das Jahr 2012 und damit verbleibe ich freundlichst grüßend&lt;br/&gt;Claudius - der mal grün wählte&amp;#8230;&lt;/div&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/19316514300</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/19316514300</guid><pubDate>Thu, 15 Mar 2012 01:11:48 +0100</pubDate><category>Piraten</category><category>Piratenpartei</category><category>grüne</category><category>roth</category><category>NRW</category></item><item><title>Kandidatenwatch</title><description>&lt;p&gt;Ich bin Mitglied einer Partei, die sich Basisdemokratie, flachen Hierarchien und Partizipation auf Augenhöhe verschrieben hat. Soweit so romantisch (und unverhandelbar).&lt;br/&gt;Nun wählen wir in einem sehr engen Zyklus - nämlich alle 12 Monate - einen neuen Bundesvorstand. Die regelmäßige Zirkulation und immer frische Gesichter begrüße ich - auch vor dem Hintergrund, dass wir unsere Mitstreiter nicht verbrennen sollen und wir leider noch nicht fähig waren zumindest eine nennenswerte Aufwandsentschädigung zu zahlen (für einen Posten, der ehrlich betrachtet einer Vollzeitstelle mit tausenden zickigen Chefs entspricht). &lt;br/&gt;Halblustige Tradition ist eine heterogene Kandidatenliste, die ein Gesichtpalmenabonnement voraussetzt. Trotz bekannter Herausforderungen und Schmerzgarantie hat ein Amt genügend Sexappeal, dass sich allerleih Menschen ihrer vermeintlichen Überbegabung stellen und sich berufen fühlen zu kandidieren - Selbstreflektive Ausschlußkriteriern bleiben Mangelware.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich plädiere für eine sanfte Korrektur der demokratischen Teilhabe innerhalb der Partei: Jeder kann und darf kandidieren (und sich auch selbst aufstellen), wenn er eine Mindestmenge an Piraten vorweisen kann, die dessen Kandidatur mittragen. Dies ließe sich ohne weiteres (bspw. mit LQFB) darstellen. &lt;br/&gt;Die Folgen wären harmlos, aber umso zielführender. Eine effiziente Personenwahl, bei der komplett aussichtslose oder trollierende Kandidaten an einer fairen Einstiegshürde scheitern und die Piraten sich im Vorwege mit ihrem zukünftigen Vorstand ebenso beschäftigen müssen, wie Interessenten für ein Amt Mitstreiter suchen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;PS.: Die finanzielle Entschädigung für innerparteiliche Vollzeit-Repräsentanten (denen man diesen Einsatz dann auch abverlangen kann), sollten wir uns auch vornehmen. Ansonsten schließen wir höchst undemokratisch Piraten von Verantwortung aus, die nicht mit zuviel Zeit und/oder Geld ausgestattet sind.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Danke und so.&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/17653154738</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/17653154738</guid><pubDate>Wed, 15 Feb 2012 12:19:45 +0100</pubDate><category>Piraten</category><category>Piratenpartei</category></item><item><title>Schluss mit lustig</title><description>&lt;p&gt;Gruppen von mehr als einer Person - sprich alle - belästigen einige ihrer Mitstreiter mit Verantwortung, um die gemeinsame Sache besser voranzubringen. Politische Gruppen im Parteigewand neigen hingegen zu einer Verkropfung durch inflationäre Ämtervergabe, die vornehmlich der Egopolitur und einem vermeintlichen Burgfrieden dienen soll. Die Grundvoraussetzungen definiert - ganz deutsch - ein Gesetz. Die Piratenpartei möchte in diesem Regelbetrieb mit schlanken Strukturen ebenso glänzen, wie mit flachen Hierarchien.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;So weit so aufregend gönnen sich die Piraten seit ihrer Geburtsstunde und auf allen Ebenen und Untergliederungen einen ewigen Wettbewerb um den idealsten, gerechtesten und zielführendsten Weg. Und weil &amp;#8220;Keep it simple&amp;#8221; irgendwie so nach dem letzten Jahrhundert klingt, wagt man sich in die Tiefen der Mathematik und versucht sich an Modellen, ähnlich nachvollziehbar wie die spontanen Bedürfnisse einer Hauskatze. Dafür braucht es umso mehr Rechenleistung, Erklärungsbedarf, Fehlerquellen und Personal, um am Schluss irgendein Ergebnis solange schönzureden, bis auch wirklich jeder Bauchschmerzen damit hat. Aber zur nächsten Wahl gibt es sicher ein noch optimaleres Wahlsystem, bei dem nach sieben Tagen weißer Rauch aufsteigt und eine messianische Armee ins Leben gerufen wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich persönlich bin großer Freund von Trial &amp;amp; Error und Work in Progress. Experimentierfreude gebiert oftmals Großartiges. Bei Personenwahl - gleich ob Ämter oder Kandidatenlisten - bin ich jedoch überzeugter Anhänger von Modalitäten, die sich jedem Wähler zügig begrifflich machen lassen, schnell in ihrer Auswertung sind und vor allem in ihrem Ergebnis nachvollziehbar sind unf nächstmöglich an die Wünsche der Basis herankommen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir brauchen Teams. Teams die einander zuarbeiten, die sich ergänzen und denen doch genug Reibung innewohnt, dass Selbstreflektion und Debatte die Gesamtarbeit qualitativ steigern. Diese Teams müssen in ihrer Heterogenität und Charakteristik die Partei und ihre Mitglieder gleichermaßen ansatzweise widerspiegeln. Insbesondere das Zusammenspiel und die Reibung zwischen Vertretern von Majorität und Minorität unter Einbezug der jeweiligen Anteile in der Basis, bilden hier die Garantie für konstruktiv kompromissbehaftete Lösungen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Fakt, dass unzufriedene und übergangene Minderheiten mehr Lautstärke produzieren können, als eingelullte Anhänger einer Mehrheitsmeinung ist Faustpfand der Besonnenheit. Und hier schließt sich der Kreis hinsichtlich einer fairen, ausgleichenden aber simplen Wahl. Wir alle wollen gewonnen haben. Einzig darum geht es aber nicht, sondern um Ausgleich und Zusammenwirken. So argwöhnisch ein jeder seinem Gegenüber maximalen Opportunismus und fehlende Fairness unterstellt, so gegenteilig stellt sich das Verhalten einer größeren Gruppe dar. Diplomatie fällt umso leichter, je mehr die eigenen Interessen schon befriedigt scheinen. Mit der &amp;#8220;Installation&amp;#8221; des/der eigenen Wunschkandidaten, wächst die Bereitschaft einen Kandidaten zu akzeptieren, der weniger Deckungsgleichheit mitbringt. Diese Zugeständnisse einer Majorität fühlen sich für die Minorität wie ein später Sieg an oder zumindest nach versöhnlicher Genugtuung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nacheinander weg gewählte Vorstandsposten oder Listenkandidaten bedeuten zwangsläufig eine dynamische Veränderung der Mehrheitsmeinung der wählenden Basis und erzwingen nebenbei Kompromisse, die zuvor unmöglich schienen. Ist mein eigener Lieblingskandidat der strukturierte Denker mit besonnener Vorgehensweise und wird hineingewählt, schwindet der Wunsch nach so einem Kandidaten mit jeder weiteren reingewählten Person ähnlicher Prägung. Irgendwann möchte man dann doch ein bereicherndes Element im Team sehen und traut sich auch den Kandidaten zu wählen, der einem ansonsten als zu provokante Rampensau erschien - und umgekehrt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Kreuz je einzeln gewähltem Posten erfordert zu Anfang etwas mehr Wahlgänge. Zeitgleich beginnen ab der ersten Wahl dynamische Prozesse und echte (teilweise hitzige) Debatten. Man ist zur Einigung genötigt und schlussendlich gewinnt derjenige, der in dem Moment und für den jeweiligen Posten das meiste Gesamtvertrauen hinter sich bringt. Jeder nächste Wahlgang basiert allerdings auf den zuvor gefällten Entscheidungen und fällt konsequenterweise anders aus, als bei allen Wahlsystemen mit weniger Fokussierung und/oder mathematischen Hebeln, die Gleichzeitigkeit oder Gerechtigkeit suggerieren sollen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine klare Wahl zwingt zu Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Bewerber, aber eben auch der gesamten Teamzusammenstellung*. Andererseits gibt es keine faulen Kompromisse. Es landet nicht derjenige in hoher Verantwortung, der bisher den Wenigsten wehtat oder am wenigsten negativ auffiel und jede gefühlte Fehlentscheidung kann in einem oder mehreren späteren Wahlentscheidungen korrigiert bis kompensiert werden. Ein charismatischer Liebling mit rhetorischen Fähigkeiten würde bei den meisten Wahlsystemen auf prominenten Positionen landen. Aufeinanderfolgende Wahlgänge mit nur einer Stimme pro Wähler, lassen aber an geeigneter Stelle auch den wichtigen Platz für weniger populäre, aber durchaus qualifizierte Aspiranten, die ansonsten vielleicht untergangen wären. Allein die mehrfache Auseinandersetzung mit ihnen, durch wiederholte Teilnahme an den Wahlgängen lässt zu, dass sie sich bekannter machen können oder vermasselte Erstbewerbungen mit einem weiteren Auftritt ausgleichen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bei Listenwahlen, insbesondere für vorderste oder hintere Plätze muss auch dem Wunsch der Kandidaten entsprochen werden, sich explizit für eine bestimmte Position zu bewerben. Leider sortieren die Medien noch immer nach nummerischer Reihenfolge, was gefühlte Wichtigkeit und Prominenz der Personen auf einer Liste angeht. Niemand soll gegen seinen Willen auf den ersten Platz gewählt werden, nur weil es das Wahlsystem zulässt, der Bewerber sich auf Platz drei oder gar 23 viel wohler fühlt oder einfach nur Füllwerk sein möchte, der die Liste quantitativ ausbaut. Wir brauchen Menschen auf eben jenen Positionen, auf denen sie sich selbst sehen und die ihnen zugestanden werden. Das funktioniert nicht durch sortierende Wahlsysteme. Die anfängliche &amp;#8220;Gefahr&amp;#8221; einiger Wahlwiederholungen bei hohen Positionen mit mehreren Bewerbern reduziert sich spürbar mit jeder weiteren zu vergebenen Position.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Um den langen semiaufgeräumten Gedankengang abzuschließen zieht sich folgendes Fazit:&lt;br/&gt;Wir benötigen Parteimitglieder in besonderen Verantwortungen und wir wünschen uns unterm Strich eine Mischung, die kaum jemanden ausschließt, die Basis aber umso besser wiederspiegelt. Das lässt sich nicht wegrationalisieren. Im Zweifel brauchen valide Wahlergebnisse die Zeit, die sie eben brauchen. Dafür ergibt sich ein Resultat, welches mehr Menschen akzeptieren können, als Teil der gefühlten Majorität sind. Und allein um die Trollquote oder rebellierende Minderheiten im Zaum zu halten, beginnt ab Wahltag die Phase des Aufeinanderzugehens, der Diplomatie, der ausgleichenden Kommunikation und dann&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;HABEN WIR ALLE GEWONNEN.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;*Jeder vergöttert Messi / jedem ist klar, dass eine Mannschaft voller Messis unfähig ist zu gewinnen.&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/16991140785</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/16991140785</guid><pubDate>Fri, 03 Feb 2012 22:33:53 +0100</pubDate><category>Piraten</category><category>Piratenpartei</category><category>Wahlsystem</category></item><item><title>Flauschstorm</title><description>&lt;p&gt;Je mehr Menschen sich zusammentun, desto höher die Anzahl an Menschen, mit denen ich bestenfalls wenig Schnittstellen habe. Auch die Piratenpartei nimmt in ihrem Wachstum so manch mental gestrandete Persönlichkeit mit und nötigt mir mehr Gesichtspalmen auf, als ich Hände habe. Einge Momente der Fremdscham bringen mich in eklatante Erklärungsnot und lassen mich stark am Gesamtprojekt zweifeln.&lt;br/&gt;Die verschiedensten Qualitäten an Freaktum und geistiger Umnachtung kann man beschönigend als &amp;#8220;interessante Fallstudie&amp;#8221; bezeichnen. Und doch verschlagen mir einige Gedankengänge mehr als die Sprache. So kommt es, dass ich immer wieder gedanklich mit der Piratenpartei abschließen möchte - ein in Stein gemeißeltes &amp;#8220;ES! REICHT!&amp;#8221; zum Ziel.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Und dann hat man wieder dutzende Wochenstunden Piratenbohei auf der Uhr. Steht im Regen und sammelt Unterschriften, hält Vorträge vor Pubertierenden, diskutiert bis in den frühen morgen mit Parteikollegen, schreibt kiloweise Text und versucht Gedanken reifen zu lassen, wie ein Programm erweitert werden muss und wie man die nächste Fünf-Prozent-Hürde knackt.&lt;br/&gt;Denn neben den lauten Spinnern, den Verrückten und Soziopathen, da bietet die Partei auch Anderen ein Obdach. Die &amp;#8220;Guten&amp;#8221;, über deren Tweets man sich nachts um drei noch freut. Die Hochengagierten, die einen dazu bringen stundenlange Sitzungen im Abgeordnetenhaus einer Stadt zu verfolgen, in der man nicht mal wohnt. Piraten, die sich in ein Thema knien, Lösungen erarbeiten, ideologiefreie Wertemodelle kreieren. Menschen, die mein Engagement bei Weitem übertreffen, die ihren Arsch ins Feuer halten, sich aus dem Fenster lehnen und mir einige Zungenschnalzer abverlangen.&lt;br/&gt;Ich habe durch diese Bewegung etliche Menschen kennengelernt, die ich heimlich bewundere, die mir nahe stehen, die ich mag und respektiere oder mit denen ich einfach vortrefflich und konstruktiv streiten kann. Und dann kommt der Moment, in dem ich mir wieder einmal umso gewisser bin: Ich bleib dabei, ich lass doch nicht zu, dass ein paar eitle Deppen diese Gesamtchance verbauen und eine Idee im Keim ersticken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir vergessen bei all der hektisch, hysterischen Selbstkritik und dem hehren Ziel einer vernunftbezogenen Perfektion, zu oft die Streicheleinheiten. Wir vergessen eigene Erfolge und Meisterleistungen anzuerkennen. Wir sind doch noch immer politische Laien, ohne mannstarke Unterstützung wertvoller Thinktanks. Unser Budget ist ein Scherz. Und doch erreichen und bewegen wir mit literweise Herzblut, auszehrenden Überstunden und Chuzpe so viel, dass es uns kaum bewusst wird. Wir verändern die Politik und Gesellschaft schon jetzt, über die Grenzen Deutschlands hinaus. Wahrscheinlich wird uns erst retrospektiv wirklich bewusst, wie groß das Alles schon ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;strong&gt;Ich bleib Pirat! Und möchte an dieser Stelle eine tiefe Verbeugung vor all denen machen, die wissen dass sie gemeint sind und vor denen, die ihren Anteil bescheidenerweise immer übersehen. DANKE!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/14403104070</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/14403104070</guid><pubDate>Sun, 18 Dec 2011 15:41:40 +0100</pubDate><category>piraten</category><category>Piratenpartei</category></item><item><title>Drogen und Piraten</title><description>&lt;p&gt;Ich rauche Zigaretten und trinke gern Bier - manchmal auch Wein. Anders als Bill Clinton gibt es bei mir eine THC-Vergangenheit INKLUSIVE Inhalation, aber die liegt weit über zehn Jahre zurück. Wirkmächtigere Substanzen oder Chemie habe ich nur unfreiwillig vor einer Operation genossen &amp;#8230; wobei die Farben schon aufregend waren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Und nun kommt meine Partei und will sämtliche berauschenden Substanzen legalisieren. Mein Opportunismus wischt sich eine Träne aus dem Auge - da hab ich doch gar nichts von. Oh wait, ich wohne ja in Hamburg. Meine deutsche Lieblingsstadt hat Spielplätze und Parks, in denen Spritzbesteck herumliegt. Es gibt Hauseingänge und schattierte Kiezecken, die vornehmlich Marktplatz für tickende Halunken sind. Und manch minderjähriges Mädel auf dem Straßenstrich verkauft ihren Körper, um anschließend die Seele wieder betäuben zu können. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Und was für Dreck da verkauft wird und wie armselig die Schwerstabhängigen ihre Karriere auf immer billigere Substitute immer minderwertigerer Qualität herabsteigen und wie unlauter der Wettbewerb einer im großen Maße kriminellen Schar an Marktbeschickern. Es gibt eine deutsche Drogen- und Suchtproblematik, die sich nicht leugnen lässt und die durch bisherige Gegenmaßnahmen selten bis nie einer Lösung nahekam. Vielmehr noch haben wir durch Illegalisierung und Prohibition nur noch größere Monster erschaffen. Von der ausgelagerten Dramatik in produzierende Zweit- und Drittweltländern ganz zu schweigen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Unsere Programmatik zur Drogenpolitik wird in absehbarer Zeit keine Realpolitik werden und sicher noch etliche Diskussionen nach sich ziehen. Eine Neuausrichtung und Kurskorrektur, sowie erste Schritte werden aber zeitnah kommen (müssen). Jede Liberalisierung, Konsumentenentkriminalisierung und Versorgung Schwerstabhängiger wird zuallererst die ekelhaftesten und minderwertigsten Substitute mit den größten Margen aus dem Markt drängen. Crack oder Krokodil mit all ihren negativen Aspekten haben ihre Existenzberechtigung einzig und allein durch ihren Preis.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich werde beide Anträge noch oft durcharbeiten, um sattelfester zu werden. Ich bin mir des Erklärungsbedarfs und potentieller Anfeindungen bewusst. Aber ich will Aufklärungsarbeit leisten und den Sinn vermitteln können. In Anbetracht des Status quo muss unsere (globale) Drogenpolitik besser gestern, als heut reformiert werden. Prominente und zahlreiche Unterstützung wird noch zunehmen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ja, meine Zeilen sind nur aus dem Bauch heraus ohne anmaßende Kompetenz in diesem Tanzbereich. Umso dankbarer bin ich denjenigen, die diese Punkte in dem Umfang erarbeitet haben. Danke.&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/13796094430</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/13796094430</guid><pubDate>Mon, 05 Dec 2011 23:42:41 +0100</pubDate><category>Piraten</category><category>Piratenpartei</category></item><item><title>aBGEsahnt </title><description>&lt;p&gt;Haarrisse und erkennbare Spalte bilden bei Belastungen die Grundlage für einen Bruch. Brüche bleiben durch physikalische Maßnahmen und Vorkehrungen aber erspart. So kann einerseits die Oberfläche neu versiegelt werden und die Risse so geschlossen werden oder durch Ausspülung der Oberfläche und Abrundung in den Spaltspitzen die Kräfte umgelenkt werden, so dass eine neue Stabilität erreicht wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Offenbings wurde eine erste Belastungsprobe eingeleitet. Eine 2:1 Drucksituation zum Thema BGE und folglich gegeneinanderstehende Kräfte wirken nun auf den - nun zum Platzen gefüllten - Parteikörper. Ich könnte mich nun - trotz leidiger Abwesenheit - als &amp;#8220;Sieger&amp;#8221; fühlen und triumphale Salven aus meinen digitalen Kanälen schießen. Für mich stehen die Zeichen gut: Das Partei-Ein-/Austritts-Verhalten wird die BGE-Zustimmung eher vergrößern und damit einhergehend auch andere meiner Themenfelder eher stärken.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aber das ist gar nicht wirklich mein Wunsch. Ich bevorzuge konstruktiven Pluralismus und einen aufklärenden Wettkampf der besten Ideen. Demokratische innerparteiliche Legitimierung, im Gleichklang mit Fairplay gegenüber Minderheitenpositionen. Es gilt jetzt mehr denn je Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten, vielleicht sogar massiv in Vorleistung zu gehen, um zu belegen, dass das BGE zu Recht in unserem Programm steht. Solange wir innerparteilich in einer solchen Unruhe gefangen sind, werden wir ein noch so progressives Programm nur schwer werbend nach Außen tragen können. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die letzten Monate und Jahre wurde mit harten Bandagen für und gegen einen Programmpunkt BGE gekämpft. Erste Fakten sind nun geschaffen worden. Dies könnte ein Schritt zurück bedeuten, zurück zur konstruktiven Ebene. Mit einer Zielsetzung, die nicht Vernichtung der gegenüberstehenden Position ist, sondern die gemeinsame Erarbeitung eines konsensfähigen Standpunktes.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mein Geständnis an dieser Stelle:&lt;br/&gt;Die ersten Male, bei denen ich mit der Theorie eines BGE konfrontiert wurde, fazialpalmierte ich schmunzelnd und schüttelte anschließend süffisant meinen Kopf. Gutmenschenquark in utopischer Metaebene - rosalackiert. Zu schön um wahr zu sein und nun bitte wieder zurück zum Ernst. &lt;br/&gt;Tatsächlich musste mein gelerntes Weltbild erstmal geknackt werden, um die Ernsthaftigkeit des Anliegens, den Paradigmenwechsel, die Chance und die &amp;#8220;Alternativlosigkeit&amp;#8221; eines BGE erfassen zu können. Der erste mentale Schritt zum BGE, bleibt der schwerste, weil es Gelerntes auf den Kopf stellt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Let´s take a chance.&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/13777806654</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/13777806654</guid><pubDate>Mon, 05 Dec 2011 14:22:31 +0100</pubDate><category>Piraten</category><category>Piratenpartei</category></item><item><title>Amazon, Weihnachten &amp; Arbeitsagentur</title><description>&lt;p&gt;&lt;a href="http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbiii/46.html" id="internal-source-marker_0.3545778420146881"&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span&gt;Aktuell  steht Amazon in der Kritik. Dort werden für das saisonale  Weihnachtsgeschäft Arbeitslose “eingestellt”, deren “Einarbeitungsphase”  aber nicht von Amazon entlohnt. Diese Leistungen trägt die  Arbeitsagentur zum Zweck einer beruflichen Eingliederung. &lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;Die  Hauptkritik richtet sich hierbei auf Wiederholungsfälle, solcher  Arbeitskräfte, die im vorigen Saisongeschäft schon angelernt wurden und  das geschilderte Prozedere erneut durchlaufen.&lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;Will heißen:&lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;Es  gibt ein weiter unten zitiertes und von mir gekürztes staatliches  Instrument, welches Unternehmen ermuntern soll, Arbeitslosen  innerbetrieblich an den 1. Arbeitsmarkt heranzuführen. Dies zielt  gewünschterweise auf eine Festanstellung und bietet dem Unternehmen als  Lockmittel eine Kostenersparnis. Zum Zweck einer Einarbeitung trägt die  ersten Wochen der Anstellung, finanziell die Arbeitsagentur - mindestens  in Höhe des Arbeitslosengeldes. Die weitere Anstellungszeit zahlt das  Unternehmen. Amazon nutzt dieses Instrument, um arbeitsintensive Phasen  zu kompensieren. Nachfolgend mündet kaum oder keine Saisonlösung in  feste Anstellungsverhältnisse. Zudem wird diese Praxis im Folgefall auch  noch wiederholt - dann auch mit Menschen die zuvor schon einmal die  Anlernphase durchschritten.&lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Ich  persönlich stehe Deutschlands Sozial- und Arbeitspolitik sehr kritisch  gegenüber. Ich halte sie für überreguliert-bürokratische  Menschenfeindlichkeit, die an falsch definierten Zielen auch noch  vorbeischießt. Zudem ist sie hochanfällig für Mißbrauch bzw. zumindest  sehr opportune Auslegung.&lt;/span&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;span id="internal-source-marker_0.3545778420146881"&gt;Ist  Amazon für betriebswirtschaftliche Vorteilsnahme, schlecht gemachter  und lückenhafter Gesetze, aber moralisch zu verurteilen?&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;span&gt;Welche tatsächlichen Nachteile entstehen einem Arbeitslosen - insbesondere finanzieller Art?&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;span&gt;Und wie begegnet man saisonalem Arbeitskräftebedarf auf sozial gerechte Art und Weise?&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;In  jedem Fall stürzt sich die mediale Aufmerksamkeit nur hektisch auf ein  böses US-Unternehmen und vergißt, nicht nur solche Antworten anzudeuten,  sondern vielmehr wenigstens auch diese und weitere Fragen zu stellen. &lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;strong&gt;&lt;a href="http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbiii/46.html"&gt;&lt;span&gt;§ 46 SGB III - Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;Arbeitslose können bei Teilnahme an Maßnahmen gefördert werden, die ihre berufliche Eingliederung durch&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;span&gt;Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt,&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;span&gt;Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen,&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;span&gt;Vermittlung in eine versicherungspflichtige Beschäftigung,&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;span&gt;Stabilisierung einer Beschäftigungsaufnahme&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;unterstützen. &lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;Die  Förderung umfasst die Übernahme der angemessenen Kosten für die  Teilnahme, soweit dies für die berufliche Eingliederung notwendig ist.  Die Förderung kann auf die Weiterleistung von Arbeitslosengeld  beschränkt werden.&lt;/span&gt;&lt;br/&gt;&lt;span&gt;Die  Dauer der Einzel- oder Gruppenmaßnahmen muss ihrem Zweck und ihrem  Inhalt entsprechen. Soweit Maßnahmen bei oder von einem Arbeitgeber  durchgeführt werden, dürfen diese jeweils die Dauer von vier Wochen  nicht überschreiten. (von mir gekürzt)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;PS.: Ich halte Eingliederungsmaßnahmen in realen Betrieben allemal für sinnvoller, als ABM, die meist nur bürokratische Beschäftigungstherapie und Statistikkorrektur darstellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;PPS.: Ein Instrument, welches Unternehmen ermutigt öfter und schneller Personal einzustellen - auch wenn der Staat zuschießt - ist nicht zwingend von Nachteil. Die Umsetzung zählt.&lt;/p&gt;</description><link>http://claudiusholler.tumblr.com/post/13402282735</link><guid>http://claudiusholler.tumblr.com/post/13402282735</guid><pubDate>Sun, 27 Nov 2011 16:41:00 +0100</pubDate><category>Piraten</category><category>Piratenpartei</category></item></channel></rss>
